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Neuss: CDU: Miete von 4 Euro ist das Ziel

Neuss : CDU: Miete von 4 Euro ist das Ziel

In Neuss wird bezahlbarer Wohnraum knapp. Ratsherr Sahnen warnt vor "sozialen Verwerfungen".

Seit 2007 wurden in Neuss stadtweit 345 öffentlich geförderte Wohnungen errichtet. "Zu wenig", schlägt Sozialpolitiker Heinz Sahnen (65) Alarm: "Die Bezahlbarkeit von Wohnraum wird an vielen Orten, gerade auch in den Wachstumsregionen entlang der Rheinschiene, Probleme aufwerfen." Der erfahrene CDU-Ratsherr aus Erfttal, der Aufsichtsrat beim Bauverein ist, fordert, die Bautätigkeit in Neuss, insbesondere den sozialen Wohnungsbau, zu verstärken. Sein ehrgeiziges Ziel: "Für klar definierte soziale Gruppen ist ein Wohnungsangebot mit einer Kostenmiete von 4 Euro pro Quadratmeter zu schaffen."

Die Mieten im sozialen Wohnungsbau bewegen sich stadtweit zwischen 4,80 und 5,25 Euro; auf dem freien Wohnungsmarkt zwischen 5,60 und 8,24 Euro. Das geht aus einer Antwort der Stadtverwaltung auf eine aktuelle Anfrage Sahnens hervor. Das Neusser Mietniveau sei zwar "weitaus günstiger" als in Düsseldorf und Köln, doch Sahnen fragt sich, welche älteren Menschen diese Summen noch aufbringen können, wenn das Rentenniveau wie prognostiziert bis 2030 um rund 30 Prozent absinken werde. Auch für allein verdienende Familienväter oder allein erziehende Mütter werde es immer schwerer, ihre Wohnung zu finanzieren.

Darum hält Sahnen an seinem Ziel der "Vier-Euro-Miete" fest. "Das ist ein ambitioniertes Vorhaben", gibt er zu, "aber unter Einbezug von Erkenntnissen aus dem Bereich des experimentellen Wohnungsbaus, von energetischen Sparmaßnahmen und einem politischen Willen zur gezielten Förderung von bedürftigen sozialen Gruppen durch die Landespolitik, Programme der NRW-Förderbank und der KfW-Bank ist ein entsprechendes Vorhaben zu gestalten." So sieht Sahnen die Stadt Neuss in ihrer Grundstückspolitik gefordert. Um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, sollten nach seiner Auffassung städtebauliche Rahmenverträge geschlossen werden, die unter Berücksichtigung von Quoten für einzelne soziale Gruppen dann auch Wohnquartieren eine neue Struktur geben.

Heinz Sahnen kündigt an, sich in den Gremien des Neusser Bauvereins für eine deutliche Belebung des sozialen Wohnungsbaus stark zu machen. "Wohnen ist ein Grundrecht", sagt der engagierte Sozialpolitiker, "deshalb muss Wohnen auch für alle Bevölkerungsgruppen bezahlbar sein." Aber zunehmende Altersarmut und Einkommensentwicklungen für bestimmte Gruppen deuteten auf "Ungleichgewichte" hin: "Wir müssen sozialen Verwerfungen jetzt vorbeugen."

(NGZ)