Neuss: CDU ermöglicht mehr Windräder

Neuss : CDU ermöglicht mehr Windräder

Am Grundsatzbeschluss, Konzentrationsflächen für Windenergienutzung in Neuss auszuweisen, hält die CDU nicht nur fest. Sie beschleunigt das Verfahren.

Kehrtwende beim Thema Windenergie: Die kleine Gruppe derer in der CDU-Fraktion, die eine regionale Lösung für möglich hält und immer wieder die Vertagung einer Beschlussfassung über Windkonzentrationsflächen in Neuss durchsetzen konnte, findet keine Mehrheit mehr. "Nahezu einstimmig", wie die Fraktionsvorsitzende Helga Koenemann hervorhebt, beschloss die Unionsfraktion am Montag einen Kurswechsel. Im Planungsausschuss am Mittwoch, 30. Januar, soll der Antrag gestellt werden, drei Standorte im Flächennutzungsplan als Konzentrationszone für Windkraftanlagen auszuweisen. "Wir wollen ein klares Signal setzen", betont Koenemann.

Dieses Signal ist genau das, worauf die Stadtwerke Neuss gewartet haben. "Wir wollten immer eine breite Zustimmung der Politik", erinnert SWN-Sprecher Jürgen Scheer. Sein Haus will südlich von Hoisten zwei Windräder an der Grenze zu Neukirchen errichten, hatte diese Planungen aber angesichts der Debatte im Rat zunächst auf Eis gelegt. Jetzt sollen die Stadtwerke gebeten werden, erläutert Koenemann Teil zwei des angekündigten Antrages, "das jetzt voranzutreiben." Dieser Antrag müsse allerdings noch mit der FDP als Koalitionspartner. Wird er gestellt wie jetzt angekündigt, dürfte er die Zustimmung von SPD und Grünen finden, die sich in dieser Frage schon früh und eindeutig positioniert hatten. Ihr Argument, Neuss müsse seinen Beitrag zur Energiewende leisten, ist jetzt auch Meinung der CDU-Mehrheit. "Obwohl", gibt Koenemann zu, "schön ist das ja nirgendwo."

Um die Umsetzung zu beschleunigen, soll jetzt nicht mehr die Aufstellung des neuen Flächennutzungsplanes abgewartet werden. In diesem Zusammenhang hatte der Rat — offenbar aufgrund einer Abstimmungspanne — schon in der letzten Ratssitzung einen Grundsatzbeschluss gefasst. Nun soll der noch geltende Flächennutzungsplan geändert werden, um in Allerheiligen (an der Ortsgrenze zu Dormagen), am Buscher Hof (Ortsgrenze zu Korschenbroich) und eben südlich von Hoisten den Bau von bis zu sechs weiteren Windrädern möglich zu machen. Umgekehrt — und das ist ein wesentlicher Grund für die Eile — können dann Windkraftvorhaben an anderer Stelle abgewehrt werden. Dass es dafür Ansatzpunkte in Neuss gibt, hatte nicht zuletzt das Landesamt für Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV)mit seiner Potentialstudie Windkraft gezeigt.

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