Fusion: Caritas bald in Barbara-Pfarrheim

Fusion: Caritas bald in Barbara-Pfarrheim

Von Christoph Kleinau

Die beiden Caritas-Verbände im Rhein-Kreis Neuss fusionieren. Mit Datum 1. Januar 2006 vollzieht der Verband damit die nach, was die katholische Kirche mit der Vereinigung von Stadt- und Kreisdekanat vorgemacht hat. Die Caritas-Verwaltung wird Anfang 2006 die eigenen Häuser an der Rheydter Straße räumen und nach Grevenbroich verlegt. Das ist nicht der einzige Versuch, Mietkosten zu drücken.

Mit Vollzug der Fusion ist der Zuständigkeitsbereich der Caritas wieder deckungsgleich mit den Dekanatsgrenzen. Während am Personalkonzept dieser Fusion noch gearbeitet wird, ist eine Entscheidung bereits unumkehrbar gefallen: Die Hauptverwaltung der Caritas wird in Grevenbroich eingerichtet, an der Rheydter Straße in Neuss verbleiben nur noch einzelne Abteilungen.

Das schafft dort Platz für andere Caritas-Einrichtungen, die aus derzeit angemieteten Objekten dorthin verlegt werden. Als erstes wird dies nach Darstellung von Pfarrer Jochen Koenig, dem stellvertretenden Kreisdechanten, das "Ons Zentrum" der Suchtberatung an der Jülicher Landstraße betreffen.

Der Anlass für den Wechsel ist ein auslaufender Mietvertrag, der Grund die Miete selbst. "Ich muss von den Mietkosten runter", betont Reinhard Döring, der stellvertretenden Geschäftsführer der Caritas im ehemaligen Stadtdekanat, der auch für andere in Miet-Objekten untergebrachte Caritas-Projekte Unterbringungsalternativen in (preiswerteren) kircheneigenen Gebäuden prüft.

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In einem weiteren Punkt ist die Vorbereitung dabei schon sehr konkret: Das Caritas-Haus International, derzeit im Haus Salzstraße 55 auf vier Etagen untergebracht, wird sich dort auf die Hälfte der Fläche verkleinern. Der dritte und vierte Stock bleiben Caritas, der Rest zieht in Richtung Pfarrheim St. Barbara um.

Die Gespräche zwischen der Gemeinde, die die nur noch selten genutzte Immobilie von sich aus anbot, und der Caritas sind schon so weit gediehen, dass am kommenden Montag über einen erforderlichen Umbau gesprochen werden soll. Mit dieser Lösung, so bestätigt Walter Dickers vom Kirchenvorstand St. Marien/St. Barbara, kommt die Gemeinde bei der Umsetzung der Sparvorgaben des Bistums ein ganzes Stück weiter. Das Gemeindeleben konzentriert sich damit im Marienhaus an der Kapitelstraße.

Der Wechsel eines Teils des Migrationsdienstes in das Pfarrheim ist nach Dörings Darstellung auch Ansatz für eine neue Akzentuierung der Arbeit. Im Barbaraviertel, neben der südlichen Furth der Bezirk mit dem höchsten Anteil ausländischer Mitbürger, steigt die Caritas in die Gemeinwesenarbeit ein. Döring: "Für die Menschen, die dort leben."

Mit der Entscheidung über die Hauptverwaltung der Caritas scheidet dieser Verband als Mitnutzer des Collegium Marianum an der Preußenstraße aus. Die Entscheidung, was aus diesem Haus werden soll, ist damit weiter offen, die Perspektive unsicherer als zuvor. "Das Erzbistum wird das Haus nicht halten können", ist Koenig sicher. Die Hoffnung, die aktuelle Heimstatt eines Vorseminars für geistliche Berufe als Einrichtung der Kirche zu erhalten, hat er aber nicht aufgegeben.

(NGZ)
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