1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Cantica Nova feiert mit Konzert in Neuss sein 30-jähriges Bestehen

Konzert in Neuss : Cantica Nova und Bachs „Magnificat“

Der Erwachsenenchor der Musikschule feierte mit einem Konzert im Zeughaus sein 30-jähriges Bestehen.

Seit 1989 leitet Markus Mostert den Erwachsenenchor der Neusser Musikschule „Cantica Nova“, der damals von jungen Sängern gegründet wurde. Die Chormitglieder sind überwiegend mit dem Chor erwachsen geworden, in den vergangenen Konzerten traten sie zusammen mit dem Kölner Kammerchor „Musica Mundi“ auf, den Markus Mostert seit 1996 leitet. Das war auch jetzt beim Weihnachtskonzert im sehr gut besuchten Zeughaus so, das zugleich ein Jubiläumskonzert war.

Cantica Nova heißt der Erwachsenenchor der Musikschule Neuss. Foto: Cantica Nova. Foto: Cantica Nova

Diese Chorgemeinschaft ist in allen Stimmen ausgezeichnet besetzt, vor allem auch in den Männerstimmen mit acht Tenören und elf Bässen, oft ein Mangelfach bei klassischen Chören. Entsprechend kräftiger Chorklang leitete die Kantate „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ von Johann Sebastian Bach ein. Besonders schön kam der vierte Satz, in dem der Chortenor in das Streicher-Unisono hinein „die Wächter singen“ hört. Das „Neue Rheinische Kammerorchester Köln“ begleitete auf modernem Instrumentarium höchst zuverlässig, gelegentlich wie. bei Heinrich Schütz’ Motette „Hodie Christus natus est“ nur mit wenigen Instrumenten.

Weil Mostert zeigen wollte, wie Giovanni Gabrieli die Mehrchörigkeit in Venedigs Hauptkirche San Marco pflegte, teilte er Chor und Orchester, den „Coro superiore“ auf den Balkon im Zeughaus, der „Coro grave“ auf der Bühne. Dieses Konzept ging nicht ganz auf, weil der Dirigent sich zu sehr auf den präzisen Takt konzentrierte, der Halleluja-Jubel war wenig leidenschaftlich, die Blechbläser auf dem Balkon zu laut.

Johann Sebastian Bachs „Magnificat“ aber ließ dieses kleine Manko schnell vergessen. Markus Mostert entschied sich für die Urfassung von 1723 mit den vier Einlagesätzen zur Weihnachtszeit. So ertönt nach dem vom Chor glänzend eingeleiteten „Magnificat“ der Satz „Vom Himmel hoch“. Mit Anna Herbst (Sopran), Lukas Schmidt (Tenor) und Florian Conze (Bass-Bariton) hatten die Solisten bereits bei Bachs Kantate „Wachet auf“ brilliert. Im „Magnificat“ kam die Mezzosopranistin Frederike Schulten hinzu, die mit der Altarie „Esurientes implevit“ für einen der Höhepunkte sorgte. Ihr Solo wurde durch zwei Querflöten begleitet, die wie alle Instrumentalsoli makellos gespielt wurden.

Ein Sonderlob verdiente sich Teemu Myohänen für zwei Soli auf dem Violoncello. Der Finne ist dem Neusser Publikum auch als Mitglied der Deutschen Kammerakademie Neuss (DKN) bekannt. Über allem aber stand der Chor, der mit dem fünfstimmigen „Gloria Patri“ ein glanzvolles „Magnificat“ beendete.

Der begeisterte Beifall des Publikum legte sich erst, als die Chöre und das Orchester die Bühne verließen.