Campingplatz-Mord Niederkrüchten: Landgericht lehnt Beweisanträge ab

Frau aus Neuss ist angeklagt : Campingplatz-Mord: Gericht lehnt Beweisanträge ab

Wegen „Bedeutungslosigkeit“ lehnte das Gericht am Montag im Campingplatz-Mord einen Beweisantrag ab.

Im Prozess um den Campingplatz-Mord in Niederkrüchten hat das Landgericht Mönchengladbach am Montag einen Beweisantrag abgelehnt, den die Verteidigung der Angeklagten aus Neuss gestellt hatte, die ihren Lebensgefährten aus Viersen ermordet haben soll. Das Gericht lehnte den Beweisantrag wegen „Bedeutungslosigkeit“ ab.

Ein Schallgutachten sollte die Aussagen der beiden mutmaßlichen Komplizen (23 und 24) widerlegen. Die beiden jungen Mönchengladbacher hatten erklärt, nach dem Angriff auf den später Verstorbenen auf ihrer Flucht zurück zum Auto mehrere Schläge gehört zu haben. Ein Sachverständiger sollte nun feststellen, dass dies aufgrund der Wetterverhältnisse nicht möglich gewesen sei.

Die Kammer lehnte mit der Begründung ab, dass dafür nötige Anknüpfungstatsachen dem Sachverständigen weder bekannt noch nachträglich zu beschaffen seien. So seien weder der genaue Zeitpunkt noch der exakte Standort der beiden Männer geklärt. Ein zweites Gutachten sollte der angeklagten Neusserin (52) eine Schuldunfähigkeit zum Tatzeitpunkt, hervorgerufen durch einen Affektstau durch die vorher stattgefundenen Misshandlungen durch ihren Lebensgefährten, zugestehen. Dieser Beweisantrag wurde als „nicht ordnungsgemäß“ abgelehnt.

Der Neusserin wird Mord, ihren mutmaßlichen Komplizen gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Mutter und Sohn sollen die beiden Mönchengladbacher angestiftet haben, dem Lebensgefährten einen „Denkzettel“ zu verpassen, da er seine Partnerin misshandelt haben soll. Laut Anklage sollen die mutmaßlichen Komplizen das Opfer am Abend des 18. Januar abgeholt haben, woraufhin die drei zum Campingplatz „Laarer See“ fuhren. Während der Sohn am Auto geblieben sei, seien die beiden jungen Männer mit Pfefferspray und Teleskop-Schlagstock zum Wohnwagen des Vierseners gegangen.

Dort hätten sie die Tür eingetreten und den Mann mit Pfefferspray, Fäusten und Schlagstock attackiert. Danach seien sie geflohen. Die Angeklagte habe den Wagen betreten und dem Opfer mindestens zweimal mit einem Pflasterstein auf den Kopf geschlagen. Der Prozess wird am Donnerstag, 22. November, fortgesetzt.

(eva/jasi)
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