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Campingplatz-Mord: Frau aus Neuss angeklagt

Frau aus Neuss ist wegen Mordes angeklagt : Campingplatz-Mord: Ehefrau sagt aus

Eine 52 Jahre alte Neusserin soll ihren Lebensgefährten mit einem Pflasterstein auf den Kopf geschlagen und ermordet haben. Die Ehefrau des Ermordeten berichtete beim Prozess, ihr Mann habe sie gewürgt und geschlagen.

Der Prozess um den Campingplatz-Mord in Niederkrüchten, bei dem eine 52 Jahre alte Neusserin ihren Lebensgefährten (54) getötet haben soll, ist am Mittwoch in Mönchengladbach fortgesetzt worden. Nicht nur seine Beziehung mit der Neusserin, auch seine Ehe soll von Gewalt geprägt gewesen sein: Die Ehefrau des am 18. Januar auf dem Campingplatz „Laarer See“ in Niederkrüchten ermordeten Mannes berichtete im Gericht von Würgeattacken, Wutanfällen und einem Leben in Angst.

Bei der Fortsetzung des Mordprozesses wurden neben der Ehefrau des Ermordeten auch Polizeibeamte befragt, die am Einsatzort und bei weiteren Ermittlungen tätig waren. Im Vorfeld hatte die Angeklagte berichtet, vom Opfer nicht nur geschlagen und gewürgt worden zu sein, er habe ebenfalls ihre sozialen Kontakte, Treffen und Gespräche kontrolliert. Die 53 Jahre alte Ehefrau des Mordopfers berichtete ebenfalls von körperlicher und psychischer Gewalt.

Während die Viersenerin bei der Polizei laut Niederschrift deutliche Aussagen gemacht hatte wie „Ich lebte in ständiger Angst“, lenkte sie bei ihrer Aussage im Gericht aber ein. „Ich möchte nicht nur negativ über meinen Mann sprechen“, sagte sie. „Ich würde es wie bei Doktor Jerkyll und Mister Hyde beschreiben, von jetzt auf gleich konnte er ganz anders werden. Aber er hatte auch gute Seiten.“

  • Frau aus Neuss war die Lebensgefährtin des Opfers : Neusserin wegen Mordes auf Campingplatz angeklagt
  • Das Foto zeigt das Amts- und
    Prozessauftakt in Mönchengladbach : Mord auf Campingplatz in Niederkrüchten - Zweifel an Aussage von Angeklagter
  • Auf dem Campingplatz am Laarer See
    Gewalttat auf Campingplatz in Niederkrüchten : Neusserin wegen Mordes vor Gericht

Insbesondere in den ersten Monaten nach ihrem Kennenlernen im Oktober 1996 sei er sehr „liebevoll, fürsorglich und nett“ gewesen. „Ein Gentleman, er hat mir jeden Wunsch von den Augen abgelesen.“ Etwa zehn Monate später habe sie „einen Streit vom Zaun gebrochen, ich habe ihn genervt“. Sie habe nicht einschlafen können und ihn gebeten, ins Schlafzimmer zu kommen anstatt fernzusehen. Er folgte ihr nach einem längeren Gespräch und schlug sie. „Danach hat er sich entschuldigt. Ich wusste nicht, was mich die nächsten 20 Jahre erwarten würde.“

Es hätten in regelmäßigen Abständen weitere Misshandlungen gefolgt, auch psychischer Natur. „Er drohte, mich aus dem Fenster zu werfen oder die Treppe runter zu stoßen, er würde es wie einen Unfall aussehen lassen.“ Einmal habe sie ein Frühstücksbrötchen nicht ganz durchgeschnitten. „Das hat ihm nicht gepasst, da hat er mich gewürgt.“ Auf der Arbeit habe er sie immer wieder angerufen, nachgefragt, wo sie sei, mit wem, was sie mache. Von Kontrollanrufen hatte auch die Angeklagte berichtet.

Deren Sohn (21) sowie zwei Mitangeklagten (23 und 24) wird gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Mutter und Sohn sollen die Mönchengladbacher angestiftet haben, dem Lebensgefährten der Frau einen „Denkzettel“ zu verpassen. Laut Anklage soll das Trio am Abend des 18. Januar zum Campingplatz „Laarer See“ gefahren sein. Während der Sohn am Auto geblieben sei, hätten die beiden jungen Männer den Lebensgefährten attackiert.

Die Jugendkammer war im September zum Schluss gekommen war, dass nur die 52-jährige Lebensgefährtin des Opfers wegen Mordes angeklagt werden kann. Bei ihrem Sohn und den zwei Freunden kommt eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung in Betracht, da sie das Opfer bewusst in Lebensgefahr gebracht hätten. „Im Auto auf der Rückfahrt nach der Tat haben sie sich über den Zustand des Opfers unterhalten“, berichtet eine Polizeibeamtin, die an den Vernehmungen beteiligt war. „Sie waren der Meinung, dass er mindestens eine Nacht im Krankenhaus verbringen müsste wegen der von ihnen zugefügten Verletzungen.“ Die Ermittlungskommission habe den Eindruck, dass den Jugendlichen durchaus im Voraus bewusst gewesen sein könnte, dass beim Übergriff auf den 54-Jährigen mehr als ein „Denkzettel“ geplant gewesen sei.