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Neuss: Cames-Bau: Gericht wirbt für Kompromiss

Neuss : Cames-Bau: Gericht wirbt für Kompromiss

Im Streit um den Erweiterungsbau der Firma Cames am Holzheimer Weg hat das Verwaltungsgericht wider Erwarten noch keine Entscheidung getroffen. Es appellierte dagegen an beide Parteien, einen Kompromissvorschlag zu finden.

Kläger — Anwohner des Holzheimer Wegs, an dem Cames eine Lagerhalle bauen will —, Vertreter der Firma Cames sowie Andreas Merschmeier, Richter am Verwaltungsgericht Düsseldorf, waren jetzt am Holzheimer Weg zusammen gekommen. Vor Ort hatten sie die unterschiedlichen Auffassungen zu dem Bau und den entstehenden Belastungen für die Anwohner thematisiert. "Es wurde sehr intensiv diskutiert", sagt Anwalt Cornel Hüsch, der die sechs Kläger vertritt.

Es soll nun laut Hüsch geprüft werden, ob es für Cames auch wirtschaftlich sinnvoll sein könnte, eine um etwa 150 bis 250 Quadratmeter kleinere Halle zu bauen. Bislang waren 3200 Quadratmeter geplant gewesen.

Anwohner befürchten durch den Lieferverkehr eine starke Verkehrsbelastung. Ingenieur, Anwohner und Kläger Eckhard Stoschek geht sogar davon aus, dass die von Cames angegebenen 30 Lkw-Bewegungen pro Tag nicht ausreichen würden, um das Lager zu befüllen. "Das Gericht hat deutlich gemacht, dass es nicht darum gehen kann, ob sich Cames an diese Zahl halten kann. Letztlich liegt es doch wohl am Bürger zu zählen, ob diese Grenze eingehalten wird", sagt Anwalt Hüsch.

Zum Inhalt des Kompromissvorschlags wollte Cames-Geschäftsführer Michael Cames nichts sagen. Er verwies auf das laufende Verfahren, betonte aber: "Wir werden unseren Beitrag dazu leisten, dass die Rechtsstreitigkeiten mit einer für alle Parteien zufriedenstellenden Lösung beigelegt werden können." Bis Anfang Oktober haben beide Seiten die Möglichkeit, sich die Lösungsmöglichkeit zu prüfen und Anträge einzureichen. Dann will das Gericht entscheiden.

(NGZ)