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Rhein-Kreis Neuss: BWL an Neusser Berufskolleg studieren

Rhein-Kreis Neuss : BWL an Neusser Berufskolleg studieren

Für ein Studium muss es nicht immer die Uni sein: Am Neusser Berufskolleg Weingartstraße können sich junge Menschen zum staatlich geprüften Betriebswirt ausbilden lassen. Vier Studenten erzählen von ihrer Studienmotivation.

Es ist ein Studium, dass es in sich hat, für das junge Menschen viel Durchhaltevermögen brauchen. Doch wer es schafft und am Neusser Berufskolleg Weingartstraße seinen Abschluss als staatlich geprüfter Betriebswirt macht, der kann seine Aufstiegschancen im Beruf entscheidend verbessern.

"Ich habe durch das Studium die Perspektive bekommen, Teamleiter zu werden", erzählt Ralf Nerenberg, der bei einer Versicherung angestellt ist. Seine Studienkollegen aus dem sechsten Semester, die in diesem Jahr mit ihm den Abschluss machen, nicken zustimmend: Auch ihre Arbeitgeber wollen das Engagement honorieren, das ein berufsbegleitendes Studium mit sich bringt. Denn Einsatz zeigen müssen die angehenden Betriebswirte: Der Unterricht findet zweimal pro Woche abends statt, alle 14 Tage wird auch am Samstag gelernt.

"Das kann ganz schön schlauchen", sagt Christina Funk. Die 26-jährige Neusserin, die bei einem Düsseldorfer Unternehmen im Vertrieb arbeitet, machte nach dem Abitur eine Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau. "Nach dem Schulabschluss hatte ich erst einmal genug vom Lernen, wollte praktisch arbeiten", erzählt Funk. Doch auf Dauer war das nicht Herausforderung genug — das berufsbegleitende Studium ergriff sie aus Eigeninitiative, um sich weiterzubilden. "Wichtig ist der eigene Antrieb, sonst hält man es nicht durch", sagt Funk. Kommilitonin Carolin Engels bestätigt das. Zwar war bei ihr der Arbeitgeber — die 25-Jährige arbeitet beim Caritasverband — Ideengeber für das Studium. "Aber ich habe da von Anfang an hintergestanden", erzählt die Neusserin, die gelernte Kauffrau für Bürokommunikation ist und derzeit in der Buchhaltung arbeitet. "Ich könnte mir vorstellen, nach dem Abschluss ins Controlling zu wechseln", sagt sie.

Den meisten Studenten gelingt es, das Arbeitsleben mit dem Studium zu vereinbaren. Schließlich beginnt der Unterricht erst abends. Doch wer nicht im Büro, sondern im Handel arbeitet, der braucht die Zustimmung seines Arbeitgebers. "Wenn ich nicht früher gehen dürfte, könnte ich nicht berufsbegleitend studieren", sagt Florian Schlager, der bei einer großen Baumarkt-Kette angestellt ist, die jeden Tag bis 20 Uhr geöffnet hat. Schon jetzt ist der Korschenbroicher stellvertretender Marktleiter — mit dem Studium möchte sich der 23-Jährige für weitere Führungsaufgaben qualifizieren.

Schwerpunkt des Studiums ist die Wirtschaftsinformatik — "das bietet sich an einem Berufskolleg wie unserem, dass auf Wirtschaft und Informatik spezialisiert ist, einfach an", sagt Bildungsgangleiter Frank Teufel, der für die derzeit 184 Studierenden zuständig ist. Seine Erfahrungen decken sich mit denen der Studenten: "Die Firmen rechnen den Studenten hoch an, dass sie zielorientiert arbeiten und belastbar sind", sagt der Fachlehrer.

Zudem können die Studenten an der Weingartstraße während der Fortbildung ihren Ausbilderschein machen und ein SAP-Zertifikat erwerben. Durch Hochschulkooperationen ist darüber hinaus ein Bachelor-Abschluss möglich. Student Ralf Nerenberg blickt positiv in die Zukunft: "Als Betriebswirt stehen mir sehr viele Positionen offen", meint der 31-Jährige.

(NGZ)