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Neuss: Bürohaus als Tor zur City

Neuss : Bürohaus als Tor zur City

Direkt am Hauptbahnhof plant der Uedesheimer Unternehmer Rochus Geissel einen Bürokomplex. Damit verbunden ist eine Sanierung des angrenzenden Parkhauses. Die Stadt beteiligt sich an der Aufwertung und baut Wege aus.

Rochus Geissel (50) wollte schon Bleche kaufen, um sein erkennbar in die Jahre gekommenes Parkhaus an der Further Straße dahinter "verschwinden" zu lassen. Doch dann wurde im Gespräch mit dem Amt für Stadtplanung die Idee vom "Further Top" geboren. Einem sechsgeschossigen Bürocenter in unmittelbarer Bahnhofsnähe, das – nachdem eine Bauvoranfrage positiv beantwortet wurde – nun von dem Makler Frank Baumann vermarktet wird.

Der Bau des Bürokomplexes wird mit einer Sanierung des Parkhauses verbunden, das danach zumindest in Teilen auch Stundenparkern offenstehen soll. Derzeit sind vier von zwölf Etagen des Parkhauses fest vermietet, die anderen abgetrennt, weil Geissel in Norf einen Kfz-Import betreibt und selbst "schnell mal 200 Stellplätze braucht". Aus diesem Grund habe er das Parkhaus auch vor Jahren erworben. Seitdem überlegt Geissel auch, wie man an diesem Tor zur Stadt etwas Ansprechendes schaffen kann.

Seine Pläne eines Bürohauses korrelieren mit anderen Maßnahmen, die diesen "Schandfleck", so Geissel, aufwerten werden. Bekannt sind schon die Pläne der Firma Ruia Fastener Systems (früher Acument), einen Teil der Werksmauer gegenüber dem Parkhaus um einige Meter von der Straße weg zu versetzen, so dass ein Grünstreifen angelegt werden kann. Zwischen Bahndamm und Parkhaus wird zudem noch in diesem Jahr ein bestehender Trampelpfad zu einem Rad- und Gehweg ausgebaut. Der, so erläutert Peter Sangermann vom Planungsamt, wird eine kurze Verbindung zu den neuen Häusern schaffen, die an der Katharina-Braeckeler-Straße errichtet wurden. Damit wird auch die Rückseite des Parkhauses, wo dann eine städtische Grünfläche liegt, neu geordnet. Der Flächentausch mit Geissler ist schon geregelt. Der gibt auch vor dem Parkhaus einen ein Meter breiten Streifen ab, damit – wenn der Bürokomplex steht – Rad- und Gehweg an der Further Straße breit ausgebaut werden können.

Der Baubeginn des Further Top hängt von dem Erfolg ab, den die der Vermarktung hat. Denn das Risiko der Investition will Geissler erst eingehen, wenn der Komplex wenigstens zur Hälfte vermietet ist. Dass es eine Nachfrage gibt, davon ist sein Makler überzeugt. Denn das vorhandene Angebot in Bahnhofsnähe sei nicht mehr zeitgemäß.

Ein Pluspunkt bei der Vermarktung soll ein Gutachten des TÜV Thüringen sein, das dem Projekt schon im Entwurf einen ausgezeichneten Nutzwert bescheinigt. Dieses Zertifikat bindet den Bauherren gegenüber dem Bewerber, sagt Baumann, Weil er halten muss, was er im Konzept verspricht.

Das Konzept sieht eine Einzelhandelsnutzung im Erdgeschoss vor. Optimal, so Geissler, sei eine Autovermietung, die auf das Parkhaus nebenan zurückgreifen kann. Darüber wird es Büros und im obersten Geschoss Konferenzräume geben – für alle Mieter nutzbar.

(NGZ)