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Neuss: Bürgerversammlung für einen Supermarkt

Neuss : Bürgerversammlung für einen Supermarkt

Braucht Reuschenberg einen Supermarkt? Diese kontrovers diskutierte Frage ist aktuell das politische Topthema im Ort. Gestern mobilisierte sie über 400 Reuschenberger, zur Bürgerversammlung ins eigens dafür stehen gelassene Festzelt zu kommen.

Eine offene Abstimmung gab es nicht, aber nach zweistündiger Diskussion wusste Bürgermeister Herbert Napp, was er der Politik vorschlagen wird.

Erstens: Es soll ein zusätzliches Kaufangebot in Form eines Lebensmittelmarktes geben. Nicht nur die Älteren im Zelt plädierten dafür. Sie bestätigten so die Gutachterin Angelina Sobotta, die darlegte: Reuschenberg erfüllt seine Funktion als Versorgungszentrum für 25 000 Menschen nur unzureichend.

Zweitens: Der neue Supermarkt wird ein so genannter Vollsortimenter sein. Ein Discounter, wie ihn zum Beispiel der Schützenverein gefordert hatte um den Einzelhandel an der Bergheimer Straße in keine aussichtslose Konkurrenz zu bringen, ist vom Tisch. Ein Argument gegen die Aldis dieser Welt brachte Sobotta vor: "Discounter lassen sich nicht auf Sortimentsabsprachen ein."

Die aber wird es geben müssen, um die Randsortimente — kurz das, was man im Lebensmittelmarkt bekommt und nicht essen kann — zu begrenzen.

Drittens: Der Markt kommt auf den Kirmesplatz — auch wenn gestern noch andere Alternativen angeregt wurden. Wo dort, ließ Napp allerdings offen. Neben den bekannten Vorschlägen (Finkenstraße, China-Restaurant) könnte sich eine dritte Option an der Bergheimer Straße auftun. Beschluss ist, dass die Nutzung des Kirmesplatzes abgesichert und für den Markt eine ansprechende architektonische Lösung gesucht wird.

(NGZ/rl)