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Neuss: Bürgerpreis für zehn Kreis-Ehrenamtler

Neuss : Bürgerpreis für zehn Kreis-Ehrenamtler

Für ihr freiwilliges Engagement in Vereinen, Schulen, Hilfsorganisationen oder als Einzelpersonen wurden zehn Bürger aus dem Rhein-Kreis gestern in Neuss mit dem "Deutschen Bürgerpreis 2013" von den Sparkassenstiftungen geehrt.

Was wäre der Rhein-Kreis ohne die zahlreichen Ehrenamtler, die sich in Vereinen und Hilfsorganisationen engagieren? Jedenfalls würden wohl viele Selbstverständlichkeiten des Alltags – vom Fußballverein bis hin zur freiwilligen Feuerwehr – wegfallen. Bei der sechsten Vergabe des "Deutschen Bürgerpreises" für ehreamtliches Engagement der Sparkassenstiftung wurden gestern zehn Preisträger in den Kategorien "U21", "Alltagshelden" und "Lebenswerk" ausgezeichnet.

"Wir alle leben vom Ehrenamt – und den vielen engagierten Bürgern gebührt Anerkennung für das, was sie täglich in den Städten und Kommunen des Kreises leisten", sagte Heinz Mölder, Vorstandsvorsitzender der Sparkassenstiftung Neuss bei der Veranstaltung im Sparkassen-Forum an der Michaelstraße. Seit 2008 wird der Bürgerpreis einmal im Jahr an Einzelpersonen und Vereins- oder Schülergruppen vergeben.

Rund 130 Gäste zählte die Preisverleihung, bei der neben Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, dem Neusser Bundestagsabgeordneten und CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe auch die Bürgermeister der Städte und Gemeinden im Rhein-Kreis teilnahmen. Sie waren persönlich gekommen, um "ihre" Bürger auszuzeichnen und auf deren teils langjährigen Tätigkeiten aufmerksam zu machen – "denn sie alle sind Bauherren am Netzwerk der Gesellschaft", sagte Franz-Josef Moormann, Bürgermeister der Stadt Kaarst.

In diesem Jahr wurde sogar eine ganze Schulklasse für ihre Tätigkeiten ausgezeichnet: der Religionskursus der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule Grevenbroich, der das Projekt "Gegen das Vergessen" ins Leben gerufen hatte. "Uns geht es darum, die Gräueltaten der Nationalsozialisten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Thematisiert haben wir im Unterricht vor allem die Verfolgung von Juden und die Zerstörung deren Hab und Gut in der Reichspogromnacht 1938", erläuterte die 15-jährige Mariana Tomovski, die eine kurze Rede über das Schülerprojekt hielt.

Neben acht weiteren Preisträgern aus den Kategorien "U21" und "Alltagshelden" wurde Hermann Buchkremer aus Korschenbroich-Glehn für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Der 74-Jährige ist überzeugter Christ – und hat schon in den 1960er Jahren freiwillig unterschiedliche Aufgaben, wie etwa die Verwaltung der Pfarrbücherei, in seinem Heimatort übernommen. Darüber hinaus hatte er für Modernisierungsmaßnahmen an der Kirche St. Pankratius Glehn eine üppige Spendensumme in Höhe von 60 000 Euro in ganz Korschenbroich aufgetrieben. Ganz nebenbei ist er auch noch Vorsitzender etlicher Vereine, Ehrenmajor im Schützzug, Nachhilfelehrer und Hausaufgabenbetreuer, Verwalter der Altkleidersammlung sowie Leiter einer Gymnastikgruppe.

Für sein Lebenswerk erhielt Hermann Buchkremer ein Preisgeld in Höhe von 1000 Euro, das er an die Kirche, seinen Schützenverein und die Bürgerstiftung Korschenbroich spenden möchte. Dafür erntete er von allen Gästen einen mehrminütigen Applaus – und Sparkassenstiftungs-Chef Heinz Mölder stockte aus diesem Anlass das Preisgeld auf 1500 Euro auf – freiwillig, wie die ausgezeichneten Ehrenamtler.

(NGZ)