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Neuss: Bürgermeister will Koran-Verteilung in City verbieten

Neuss : Bürgermeister will Koran-Verteilung in City verbieten

Der Auftritt der radikalen Muslime dauerte mehrere Stunden. Eine Gruppe von Salafisten hat am Donnerstag in der Neusser City erneut versucht, Koran-Exemplare an Passanten zu verteilen und für ihre Lesart des Islam zu werben.

Das bestätigten am Freitag sowohl die Stadt als auch ein Sprecher der Polizei auf Nachfrage. Demnach hatte ein Mann aus Düsseldorf die Aktion zuvor bei der Polizei angemeldet. Gegen Mittag bauten dann drei Salafisten auf der Straße Glockhammer einen Infostand auf, während eine andere Gruppe von Radikalen 100 Meter entfernt damit begann, die Korane zu verteilen.

"Die Aktion ging bis etwa 18 Uhr. Alles blieb friedlich", hieß es bei der Polizei, die mit mehreren Kräften vor Ort war. Und auch bei der Stadt gab es keine Erkenntnisse über Auseinandersetzungen, wie ein Sprecher betonte. Das Rathaus hatte vorsorglich drei Mitarbeiter des Jugendamtes in die City geschickt. Die Streetworker achteten darauf, dass Jugendliche nicht durch die Salafisten angesprochen wurden.

Tatsächlich sieht es die Stadt Neuss ausgesprochen kritisch, dass radikale Muslime in aller Öffentlichkeit für ihre Ideen werben. "Wir wollen denen das Leben in Neuss so schwer wie möglich machen", betonte Bürgermeister Herbert Napp (CDU) am Freitag noch einmal im Gespräch mit der NGZ. So scheue er auch nicht davor zurück, Veranstaltungen der Salafisten zu verbieten, sagte der Bürgermeister. Herbert Napp: "Wir schöpfen alle Mittel aus und gehen zur Not auch das Risiko einer Klage ein."

Am Donnerstag waren der Stadt allerdings die Hände gebunden, da die Salafisten ihre Aktion ordnungsgemäß bei der Kreispolizeibehörde angemeldet hatten.

(or)