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Neuss: Unfreiwilliges Improvisationstheater

Neuss : Unfreiwilliges Improvisationstheater

Obwohl für ganz Deutschland – außer dem Rheinland – Regen angekündigt war, öffneten sich pünktlich um 11.07 Uhr in Neuss alle Himmelsschleusen. Genau dann, als König Werner IV. mit dem Komitee am Biwak des Rheinischen Landestheaters eintraf. Doch das machte nichts.

Obwohl für ganz Deutschland — außer dem Rheinland — Regen angekündigt war, öffneten sich pünktlich um 11.07 Uhr in Neuss alle Himmelsschleusen. Genau dann, als König Werner IV. mit dem Komitee am Biwak des Rheinischen Landestheaters eintraf. Doch das machte nichts.

Denn das RLT zeigte wahres Improvisationstalent für die rund 400 geladenen Schützen und ihre Majestät. Als Überraschung gaben Joachim Berger und Linda Riebau eine kleine Kostprobe des am 16. September startenden Stücks "Lola" nach dem Original von Rainer Werner Fassbinder.

Nach den ersten Tönen von "Eine Kutsche voller Mädels" die Berger mit Katharina Dalichau und Mellanie Vollmer sang, stimmten die Gäste, die sich unter dem Vordach ins Trockene gebracht hatten, mit ein. Es wurde leidenschaftlich geschunkelt. Als jedoch Riebau, die die Lola spielt, das Publikum mit "Die Capri-Fischer" verzauberte, gab es einen regelrechten Wolkenbruch.

Riebau nahm es mit Humor: "Ich singe ihnen ein Lied in dem die Sonne vorkommt. Das muss reichen." In ihrem rot-goldenen Kleid mit goldenen Handschuhen und der leicht rauchigen Stimme trotzte sie dem Wetter bis sich einer der Schützen erbarmte und mit einem Regenschirm auf die Bühne eilte.

Es gab Szenenapplaus. Und Riebau freute sich, dass ihr Retter gleich mitsang. Neben ihr hielt sich Walter Kiesbauer wacker am Keyboard, auf dem sich bereits die ersten Pfützen bildeten. Über ihm spannten schließlich zwei Helfer eine Plastikplane. "Das ist live, das ist Theater", sagte RLT-Chefin Bettina Jahnke. "Und die Atmosphäre ist super."

(NGZ)