Schützenfest Neuss 2019: Die Parade aus der Balkon-Perspektive

Schützenfest in Neuss : Die Parade aus der Balkon-Perspektive

Leigh Gansauge und Monika Kuper, die Ehefrauen der Ehrengäste, feierten ihre Schützenfest-Premiere auf begehrten Plätzen.

Der Wecker des Ehepaars Kuper klingelt um 5 Uhr. 40 Minuten später fahren Landtagspräsident André Kuper und seine Frau Monika aus dem ostwestfälischen Rietberg zum Neusser Schützenfest. „Morgens komme ich ganz schnell in die Puschen“, sagt Monika Kuper. Doch heute kleidet sie sich etwas anders als sonst bei offiziellen Anlässen: schwarz-weißes Kleid, rote Pumps und ein opulenter roter Hut. „Der Hut ist gewöhnungsbedürftig“, gesteht sie. Jedoch gehöre er nun einmal zum strengen Protokoll des Festes, das sie heute zum ersten Mal erlebt. Traditionell lädt das Komitee des Neusser Bürger-Schützen-Vereins so genannte „einmalige Ehrengäste“ zur Teilnahme an den Festlichkeiten am Schützenfestsonntag.

Dazu zählen in diesem Jahr auch der neue Pierburg-Chef René Gansauge und seine amerikanische Frau Leigh. „Im Vorfeld war ich sehr nervös, auch, weil Deutsch nicht meine Muttersprache ist“, gesteht die 43-Jährige. „Ich finde es aber großartig“, so ihr Fazit nach dem Ökumenischen Morgenlob im Quirinus-Münster, dem gemeinsamen Königsfrühstück im Alten Ratssaal und zwei Stunden auf dem Rathausbalkon. „Das liegt auch daran, dass sich die Gastgeberinnen hervorragend um mich kümmern und mir jedes Detail erklären“, lobt Leigh Gansauge, die sich im pastellrosa Spitzenkleid und grauem Hut perfekt in die Riege der Damen auf dem Rathausbalkon einreiht. Während die Damen in strenger, vom Bürger-Schützen-Verein festgelegten Sitzordnung unter sich bleiben, durften sie am Morgen erstmals mit den Männern beim Königsfrühstück tafeln. „Schön, dass endlich alle zusammen sitzen – insgesamt ist die Veranstaltung wesentlich lockerer geworden“, sagt Gabi Flecken. Die Frau des Schützenpräsidenten schätzt aber auch ihre besondere Rolle als „Nüsser Röske“, die den Schützen vom Rathausbalkon aus zuwinken. Monika Kuper fühlt sich dort ebenfalls wohl – kein Wunder: Von Gabi Flecken auf der rechten und Bürgermeister-Gattin Ute Breuer auf der linken Seite bekommt sie eine exakte Einweisung in die Ins und Outs der Königsparade. „Ich weiß genau, an welcher Stelle der Zugordnung wir uns befinden“, verrät sie. „Zuerst war ich irritiert über das dreiseitige Protokoll, das wir vorab erhalten haben – jetzt weiß ich, dass bei derartigen Dimensionen alles seine Ordnung haben muss.“

Der Rathaus-Balkon bietet einen ganz besonderen Blickwinkel. Foto: Horst Thoren

Die Kostüme und Hüte erinnern Leigh Gansauge an das „Kentucky Derby“, ein Galopprennen in den Vereinigten Staaten, bei dem die Damen ebenfalls farbenfrohe und opulente Hüte tragen. Im Vorfeld dachte sie, einen langen Sonntag vor sich zu haben. „Es fühlt sich aber gar nicht so an, weil immer wieder etwas interessantes Neues passiert“, sagt sie. „Es war schön, die Parade, die schönen Blumen und die geschmückten Tribünen von oben zu sehen – ich hätte mich aber auch in der Menge wohlgefühlt“, bilanziert Monika Kuper.

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