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Schützenfest in Neuss 2018: Das war der Fackelzug am Samstag

Eindrücke vom Fackelzug in Neuss : Wenn Fackeln einen vom Pferd erzählen

Der knapp zweistündige Fackelzug mit seinen 99 Großfackeln und weiteren individuell gestalteten Wagen war wieder mal ein Hingucker. Verkehr wurde zum Dauerthema.

Die Premiere der Realverfilmung von Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer – eine Steilvorlage für junge und jung gebliebene Fackelbauer wie die „Lieben Jungens“, „Eichhorn“,  „Bundestambourkorps St. Hubertus“,  „Die Stubbis“ sowie „Further Engel“. Allesamt Höhepunkte mit der prachtvoll umgesetzten Lokomotive namens Emma.

Etliche Züge erinnern mit ihren Großfackeln an die Umweltdiskussion. So lassen „Immer treu“ bei VW die Flaschen sammeln; „Treu zur Vaterstadt“ haben ihre Klimahelden, vermuten die „Flotten Hirsche“ in 2019 Umweltplaketten für die Großfackeln  und die „Kreuzritter“ sogar ein Fackelfahrverbot.

Baustellen waren für viele Züge ein Thema: So befürchten „Treu zum alde Nüss“, dass auch der Marktplatz zur Großbaustelle werden könnte, kommt der „Dreikönigenchor“ mit einer Riesendampfwalze daher, sind „Papas stolz“ im Dauerstau im Straßenbau, zeigen die „Wildfüchskes“ eine Rettungsgasse, stellen die „Rheinstrolche“ fest: „Brückenbau ist Autostau“ und bemängeln die „Erftrabanten“ den Bauboom in Neuss. Etliche Züge sind stolz auf ihr langjähriges Bestehen. Wie „Mer donnt möt ut Frack“ (50), „Mer make möt“ (50 Jahre Großfackelbau), „Einigkeit“ (50 Jahre VW Bulli), „Nüsser Sprösslinge“ (40 Jahre Joot zu Fuß), „Prachtkerle (zehn  Jahre Erste Sahne), 25 Jahre „Pittermänner“, 20 Jahre „Falkner“, 50 Jahre „Wildbret“, 50 plus zehn „Wilde Jongens“, 60 Jahre „Stolzer Hirsch“ zehn Jahre „Lust und Laune“, 25 Jahre „Wonneproppe“, 25 Jahre „Nüsser Nixnötz“, und „Erste Güte“ (30). „Lust und Laune“ haben zehn Jahre auf dem Deckel, „Löwenstolz“ feiert fünf Jahre ohne Fremdgehen

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Viele Züge erinnerten mit ihren eckigen Figuren an 60 Jahre Lego-Bausteine, „Frei weg“ brennen die wachsenden Kosten für die Schützen auf der Seele, die „Scheinheiligen“ fordern ein Altbierschutzgebiet auf der Schützenwiese, „Mer dörve“ möchten Präsident Trump auf den Mond schießen. „Wisse Röskes“ wollen den Wackelzug retten,  ein Nüsser Jong macht Fortuna groß („Jeht nit ohne“), die „Hippeböck“ haben die RheinAir wieder flott gemacht und alle sind froh, dass das „Schwatte Päd“ wieder geöffnet hat. Die „Sängerfreunde“ plädieren für eine Ehe für alle und Kirmes ohne Pferde? Ein absolutes No-Go für  „Mödköttel“, „Rheinkaliber“ schlägt vor, ein Parkhaus als Fackelbauplatz zu nutzen.

Auch in diesem Jahr war der zweistündige Fackelzug mit seinen insgesamt 99 Großfackeln und den kleinen Wagen eine Augenweide. Für Volker Gärtner, der die Schützenkönigspaare aus den Stadtteilen bei der Sparkasse Neuss begrüßte, vermittelt ein Fackelzug, wofür man steht und mit kritischen Motiven auch zeigt, dass man nicht nur ein Party-Verein ist.