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Schützenbüro in Neuss: Was fehlt, ist die Vorfreude

Schützenbüro in Neuss : Was fehlt, ist die Vorfreude

Auch ohne das Schützenfest ist im Schützenbüro viel los. Der Verkauf der Aktivenkarten und der Unterstützerarmbänder läuft gut.

Ob Anstecknadeln, Schützenfiguren oder Tribünenkarten – das Schützenbüro hat viel zu bieten. Vor allem für die begehrten Tribünenkarten stellen sich normalerweise viele Neusser in einer Schlange am Haus Rottels an. Nun gibt es in diesem Jahr aber kein Schützenfest und damit auch keine Tribünenkarten. Da könnte der Gedanke aufkommen, dass im Schützenbüro kaum noch Arbeit anfällt. In Wirklichkeit ist aber das Gegenteil der Fall.

Dem Aufruf, trotz des Ausfalls die Aktivenkarte zu kaufen, sind nach Angaben von Michael Schmuck,  dem Vizepräsidenten des Neusser Bürger-Schützen-Vereins, rund 90 Prozent der Schützen gefolgt. Mit der Organisation und dem Verkauf hat das Schützenbüro deshalb einiges zu tun. Auch das neue Sortiment an Merchandising-Artikeln lockt traditionsbewusste Neusser in den kleinen Laden an der Oberstraße.

„Die Unterstützerarmbänder werden momentan neben der Aktivenkarte am meisten gekauft“, sagt Mitarbeiter Mario Loebelt. Die quirinusgrünen Bänder sind, wie der Kauf der Aktivenkarte, ein Zeichen der Solidarität. Nur mit diesen Einnahmen können die laufenden Kosten von 250.000 Euro gedeckt werden.

 Auch der Verkauf der grünen Unterstützerarmbänder sorgt für Andrang im Schützenbüro.
Auch der Verkauf der grünen Unterstützerarmbänder sorgt für Andrang im Schützenbüro. Foto: Sophie Segbers

„Auch das Neusser Schützenbräu, das eigens für uns seit sechs Jahren als Saisonbier hergestellt wird, verkauft sich sehr gut“, sagt Geschäftsleiter Uli Bolz. Grund seien die Ersatzfeiern im kleinen Kreis. Mit dem traditionellen Bier könne  man sich die Schützenfest-Stimmung zumindest ein bisschen nach Hause holen können.

So gibt es trotz der Absage aller offiziellen schützenfestlichen Aktivitäten mitunter längere Schlangen vor dem Schützenbüro. Und dennoch ist es nicht das Gleiche. „Normalerweise kommen die Neusser voller Vorfreude und positiver Emotionen zu uns und dann gibt es auch nur das eine Thema: das Schützenfest“, sagt Bolz. Der statt dieser positiven Grundstimmung eher eine gewisse Traurigkeit über die Absage verspürt.

Im Schützenbüro sieht man aber auch, dass sich die Neusser mittlerweile mit der Situation arrangiert haben. „Schließlich sind wir momentan noch positiv gestimmt, dass das Schützenfest im nächsten Jahr stattfinden kann“, sagt Uli Bolz.