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Neusser Woche: Schützen fördern Wir-Gefühl

Neusser Woche : Schützen fördern Wir-Gefühl

Das Schützenfest versetzte Neuss in einen Ausnahmezustand. Es ist ein Sympathieträger für die Stadt mit Außenwirkung und fördert den Zusammenhalt nach Innen. Es passte alles (fast) perfekt.

Sind die Kirmestag' vorüber, ist der Freude Rausch vorbei, wenn wir Alltagsmenschen wieder, bleibt uns die Erinn'rung treu!

(Aus: Des Neussers Freud...)

neuss Die sechste Strophe des alten Neusser Kirmesliedes beschreibt die Stimmung in den ersten Tagen nach dem Schützenfest. Der Kater hat keine Chance mehr, die Blasen heilen. In den Zügen sind sich die Marschierer einig: "Es war wieder richtig schön." Wenn heute mit der Krönung der Schlussakkord unter den Festreigen gesetzt wird, ist es an der Zeit, ein erstes Fazit des 174. Neusser Schützenfestes zu ziehen.

Die Stimmung Die Schützen feierten ausgelassen im Zelt — unübertroffen der Einmarsch der Hönesse beim Jägerball am Montag — und in den Sälen. Der Schützenlust-Ball bleibt der elegante Favorit, die Nachfrage überschreitet bei weiten die Kapazität von 3000 Gästen. Nach Fackelzug und Wackelzug verbreitete sich die ansteckende Fröhlichkeit in der ganzen City.

Die Zuschauer Trotz Ferien und Regenschauern vor und zu Beginn des Fackelzuges entsprach die Zuschauerzahl nach Angaben der Polizei den Vorjahren. 70 000 Besucher sahen den Fackelzug, 100 000 Gäste kamen am Sonntag zur Parade und zum Nachmittagsumzug. Allerdings klagten die Schausteller über weniger Frequenz auf der Kirmes. Experten vermuten, dass vor allem am Samstag das wechselhafte Wetter auswärtige Gäste abhielt.

Die Sicherheit Zu nennenswerten Zwischenfällen kam es offenbar nicht. Polizei und Hilfsdienste sprechen von einem ruhigen Fest. Auch die Sicherheitskräfte, die den US-Botschafter Philip D. Murphy begleiteten, lobten die entspannte Atmosphäre in Neuss. Die Pferde Oberst Heiner Sandmann und sein Adjutant Volker Schmidte kamen mit ihren neuen Pferden Pizzino und El Basan gut zurecht. Die jungen Tiere aus dem Reitstall von Friedhelm Tillmann ließen sich bei ihren Debüt weder durch Musik, noch Fahnen und Zuschauer aus der Ruhe bringen.

Das Komitee Das Team um Präsident Thomas Nickel arbeitete geräuschlos. Die Großveranstaltung mit 7000 Schützen und Musikern ging reibungslos über die Bühne. Der Vogelschuss Zum dritten Mal in sieben Jahr trat nur ein Bewerber an die Stange. Womöglich eine Folge davon, dass der Anmeldeschluss vor einigen Jahren auf Sonntag 19.30 Uhr vorgezogen wurde. Dazu hatte sich das Komitee in Abstimmung mit den Korpsführern entschlossen, nachdem Schützenkönig Marco Sickel (2003/04) sich kurz vor dem Schützenfest zurückgezogen hatte. Durch den vorgezogenen Anmeldeschluss soll Zeit für eine ausführliche Beratung der Bewerber gewonnen werden.

Der König Grenadier-Hauptmann Rainer Halm und seine Petra strahlen ansteckende Begeisterung aus. Sie bringen alle Voraussetzungen mit, ein gutes Könispaar zu sein.

(NGZ)