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Neusser Schützenfest: "Klassenfahrt" mit dem neuen Chef Martin Flecken

Neuer Schützenpräsident Martin Flecken : „Klassenfahrt“ mit dem neuen Chef

Zu den Traditionen, die Präsident Martin Flecken fortsetzen will, gehört auch der Jahresausflug aller Komiteemitglieder.

Mit der Kutsche ging es nach Uedesheim. Ein Schriftstück aus dem Jahr 1929 ist der älteste Beleg für eine gemeinsame „Reise“ aller Komiteemitglieder. Was damals galt, gilt unter dem neuen und traditionsbewussten Präsidenten Martin Flecken erst recht. Auch wenn der mit der Planung dieser Fahrten, für die sich auch viele Ehrenmitglieder des Komitees immer einen Termin rund um den 20. September frei halten, nichts zu tun hat. Das ist Sache des Reisemarschalls – und der heißt aktuell Markus Jansen.

Die Jahresfahrt, für die die Komiteemitglieder Monat für Monat in eine eigene Kasse ansparen, ist Ausdruck eines Zusammengehörigkeitsgefühls, das Ehrenpräsident Thomas Nickel einmal auf die Formel gebracht hat: „Das Komitee – ein eigener Zug“. Nur dass es keine „Gastmarschierer“ gibt und wirklich jeder mitarbeiten muss, damit das Neusser Schützenfest ein Erfolg wird. Dieser Einsatz der derzeit elfköpfigen Männerriege, die als ständig tagender Festausschuss in den Monaten zwischen Wackelzug und „Zog, Zog“ den Neusser Bürger-Schützen-Verein darstellt, wird anerkannt. Im Komitee zu sein, heiße „nicht nur Kutsche fahren“: So fasste Schützenkönig Georg Martin an seinem Ehrenabend die Arbeit zusammen. Martin Flecken (62), seit 1973 aktiver Schütze in der Schützenlust und dort zwölf Jahre Vorstandsmitglied, kam im Jahr 2000 ins Komitee. 2002 wurde er Schützenmeister, 2017 Präsident. Er hatte keinen einfachen Start, denn die im Herbst gegen zwei Komiteemitglieder eingeleiteten staatsanwaltlichen Ermittlungen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung zu Gunsten des Vereins wurden jetzt auf den neuen Präsidenten ausgeweitet. Der machte das von sich aus öffentlich und erlebte eine überwältigende Solidarität der Schützen.

Reisemarschall und Kettenhund

Das Komitee, dieser besondere Zug, in den man nur auf Empfehlung einer vierköpfigen Findungskommission und durch Wahlentscheid der Schützen kommt, hat auch besonders klingende Ämter zu verteilen. Reisemarschall zu sein, ist ein solches, Kettenhund ein anderes. In dieser Funktion muss Tobby Weskamp, als dienstjüngstes Komiteemitglied, Sorge tragen, dass die Königskette da ist, wenn Majestät sie braucht. Und dass sie nicht abhanden kommt. Und als Schützenmeister beaufsichtigt Achim Robert am Donnerstag vor dem Schützenfest nicht zuletzt das „Zugschießen“ des Komitees.

Als Präsident, so hatte Flecken als Gast auf dem blauen NGZ-Sofa betont, könnten sich die Schützen darauf verlassen, dass „Traditionen fortgesetzt werden“. Das gilt auch für das Komitee und die Tradition, einmal im Jahr fernab von Arbeitstagungen und Repräsentationsverpflichtung auf „Klassenfahrt“ zu gehen. Der Taunus war 2017 das Ziel. Für 2018 wünscht sich Flecken eine Reise „ins Westfälische“.