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Parade beim Neusser Schützenfest: Neusser Schützen feiern ihren König mit Herz

Parade beim Neusser Schützenfest : Neusser Schützen feiern ihren König mit Herz

Die Schützen hatten Sonntag Glück mit dem Wetter: Es blieb trocken, bis die Königsparade vorüber war. König Jörg I. Antony genoss den Tag.

Wenn auch die Sonne Sonntag nicht scheinen wollte — König Jörg I. Antony hörte bei der Parade nicht auf, zu strahlen. Nicht nur für ihn war die gestrige Königsparade der Höhepunkt des Jahres, sondern auch für die 7297 Marschierer. Gemeinsam mit Tausenden Besuchern hatten sie riesengroßes Glück: Das Wetter hielt sich genau bis zum Ende der Parade, danach regnete es in einem fort. "Wenn Jesus in Neuss wohnen würde, würde er auch in Neuss als Schütze mitmarschieren" — diese Feststellung Brendan Nwodo, Priester an St. Quirin und zum ersten Mal Gastmarschierer — bewegte die Schützengemeinde Sonntag ungemein.

Die passenden Worte fand auch Komiteepräsident Thomas Nickel der zunächst den König und die Ehrengäste, Prinz Charles-Louis de Merode, Präsident der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen, Weihbischof Dominikus Schwaderlapp und den Architekten Christoph Ingenhoven begrüßte. In seiner Ansprache appellierte Nickel an ein solidarisches Miteinander, das von Toleranz, Respekt und Verantwortungsgefühl geprägt sein solle. "Dafür stehen wir Schützen ein", sagte Nickel, der in das "Wir-Gefühl" der Schützen ausdrücklich auch die Frauen miteinbezog: "Für eure Unterstützung will ich mich ganz besonders bedanken", sagte Nickel in Richtung Rathausbalkon, von wo aus ihm die geladenen Damen, unter ihnen Königin Dorothee, zuwinkten. Danach ging es traditionell weiter.

Nach dem Singen der Nationalhymne folgte das, was für viele Zuschauer Höhepunkt ist, bevor die eigentliche Parade beginnt: Der Aufmarsch der Blumenhörner. 70 Hönesse zeigten ihren farbenprächtigen Schmuck — so manches "oh" und "ah" war da auf den Tribünen zu hören. Nach der Vorstellung der Grenadiersänger, die mit "Kirmes, Kirmes" noch einmal die Menge einstimmten, ging es dann endlich los: Ab 12.20 Uhr zog die Königsparade unter viel Applaus durch die Stadt, wie immer geordnet in Reih und Glied bis auf zwei kleine "Ausreißer": Für Gesprächsstoff sorgte der Musikverein Jüchen-Otzenrath, der die Parade "schwänzte" und so das Tambourkorps Heimattreue Eckum im Stich ließ.

Immer wieder passiert es beim Umzug, dass einzelne Marschierer nicht rechtzeitig antreten — erstmals hat nun eine ganze Musiktruppe ihren Einsatz verpasst.

Rüffel "von oben" dürfte sich auch ein Zug der Schützenlust zugezogen haben. Die Männer holten vor dem Rathausbalkon plötzlich rote Pappherzen hervor. Das Publikum war davon jedoch begeistert — denn Sonntag schlug jedes Herz fürs Schützenfest.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Schützenfest 2013: So genießt der Neusser Schützenkönig die Parade

(ur)