Neuss: Neusser feiern ihren König

Mit 5271 Schützen und 1680 Musikern zog das Regiment des Neusser Bürger-Schützen-Vereins am Sonntagmittag über den Markt. Während der Parade zu Ehren von Schützenkönig Werner IV. Kuhnert strahlte zeitweise die Sonne, bevor sich der Himmel zuzog. Insgesamt 100.000 Zuschauer genossen die Königsparade und Nachmittagsumzug.

Die Neusser lassen sich ihr Schützenfest nicht vom Wetter vermiesen: Trotz des Regens kamen am Samstagabend nach Angaben der Polizei 70 000 Besucher zum Fackelzug, am Sonntagabend waren es insgesamt 100 000 bei Parade und Nachmittagsumzug — erst bei strahlendem Sonnenschein, danach bei bedecktem Himmel mit Schauern.Bei der Königsparade erlebten tausende Zuschauer schmucke Uniformen, wehende Fahnen, farbenfrohe Blumenhörner, fetzige Märsche und gut gelaunte Schützen.

Insgesamt 6951 Marschierer paradierten an Schützenkönig Werner IV. Kuhnert (78), dem Komitee und den Ehrengästen vorbei. Und grüßten deren gut behütete Damen auf dem Balkon des Rathauses. Die Königin ist begeistert. "Ich hatte Tränen in den Augen und weiche Knie", schwärmt Carmen Kuhnert (54), von dem Moment, als genau um 12.23 Uhr das Rekord-Regiment mit 5271 Schützen und 1680 Musikern unter dem Kommando von Oberst Heiner Sandmann losmarschiert. "Ich bin mega-glücklich", bilanziert Königin Carmen nach der glanzvollen Parade: "Seit 5.30 Uhr bin ich auf den Beinen, aber das macht nichts. Ich werde ja von den Neussern getragen." Die Neusser sind stolz auf ihr großes Bürger-Schützenfest, das auch viele Zuschauer beeindruckt.

Ehrengast Karl Hans Arnold, Vorsitzender der Geschäftsführung der Mediengruppe RP, lobt die Neusser Schützen: "Das ist eine hervorragende Parade. Ich genieße es sehr, diesen Tag mitzuerleben." Auch die beiden anderen Ehrengäste sind begeistert. US-Botschafter Philip D. Murphy stellt die Einmaligkeit des Festes heraus, und Emanuel Prinz zu Salm-Salm, Hochmeister des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, freut sich besonders über die beiden Bruderschaften im Regiment, Hubertusschützen und Scheibenschützen.

Er sagt: "Die ganze Parade ist großartig." Schützenpräsident Thomas Nickel, der gestern Geburtstag feierte, wies in seiner Ansprache auf dem Markt auf die große Bedeutung der Schützen hin: "Das Schützenwesen ist eine feste Konstante im Alltag der Neusser." Wie Nickel ausführte, engagieren sich die Schützen gesellschaftlich, kulturell, sozial und politisch: "Wir Schützen pflegen ein Stück Heimat." Nachdem die Reiter um kurz nach 14 Uhr den Markt verlassen und die Glocken von St. Quirin das Ende der Parade verkündet hatten, setzte ein Schauer ein.

Das Sprichwort stimmt also doch: "Die Neusser machen sich ihr Wetter selbst" — zumindest gestern bei der Parade.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Impressionen von der Neusser Königsparade 2011

(NGZ)
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