Neuss: So war der Königsehrenabend 2019 mit Bruno Weyand

Königsehrenabend in Neuss : Der König feiert sein „Sommermärchen“

An seinem Ehrenabend sprach Bruno Weyand über Reizthemen wie die Anpassung der Zugwege – und glänzte mit Überraschungen.

Die Schützen, die am Samstagabend zum Königsehrenabend des Neusser Bürger-Schützen-Vereins in die Stadthalle gekommen waren, erlebten einen Regenten, der sich mitten unter die Schützen begab, um sie willkommen zu heißen. Einen König, der sich mit seiner Frau Karin als Hauptfigur im „Sommermärchen“ sieht, aber auch von der Endlichkeit seines Amtes weiß. Bruno Weyand ist ein König, der Zeichen setzt und offen über Reizthemen spricht. So ist beispielsweise der Dienstagabend-Umzug für ihn ein Thema. Persönlich liebt er den sogenannten Wackelzug früherer Jahre und möchte den geselligen Umgang auf den Straßen, der durch die Auswüchse an Partylaune in die Diskussion geraten ist, wiederhaben. Für das wachsende Regiment zeigt er eine Lösung auf: „Bei zukünftigen Überlegungen, die Zugwege anzupassen, dürfte das Gebiet „henger de Bahn“ nicht mehr ausgeschlossen bleiben.“

Auch bei seinem Königsgeschenk setzte der König ein Zeichen. Mit einem prachtvollen Messgewand für die Zelebranten; umgehend unter großem Beifall von Monsignore Wilfried Korfmacher gesegnet. Weyand: „Auch wenn der Neusser Bürger-Schützen-Verein eine weltliche Ausrichtung hat, so besteht nicht zuletzt durch die beiden Bruderschaften im Regiment eine enge Beziehung zur Kirche.“ Doch Weyand hatte noch eine weitere Überraschung parat: „Der Schützenkönig erhält einen Orden als Erinnerung an sein Königsjahr, die Königin geht leider leer aus. Daher habe ich eine Nachbildung der 2001 gestifteten Nadel der Königin anfertigen lassen, die zukünftig der Königin als Erinnerung überreicht werden soll.“ Damit auch künftige Königinnen sich damit schmücken können, stiftete das Königspaar gleich zwei Dutzend Exemplare. Beim Königsorden waren es an diesem Abend ungleich mehr. Den ersten an seinen Vorgänger Georg Martin verleihend, folgte eine große Ordensparade. Wer vereinzelt leer ausging, durfte sich über die aktuelle Nadel der „Dropjänger“ freuen. In seiner Königsrede ging Bruno Weyand vor allem auf die Frage ein „Waröm deht dä dat?“ Auslöser sei die Würde des Gildekönigs gewesen, die er 2015 erringen konnte. Das habe ihn bewogen, noch einmal im Leben nach etwas Großem zu greifen. Als Schützenkönig einfach allen, die zum Gelingen eines Festes beitragen, etwas zurückzugeben. Von dem, was er in diesen Jahren habe empfangen dürfen. „Wir alle sind ein Teil eines großen Puzzles – mit in diesem Jahr 7719 Teilen. Und jedes Teil, also jeder von euch, gehört in gleichem Maße dazu.“ Darin schloss er auch Komitee und Korpsführungen ein: „Die da oben haben neben der Begeisterung für unser vaterstädtisches Fest auch noch das Jahr über einen riesengroßen Berg Arbeit zu bewältigen, damit wir so unbeschwert feiern können, wie wir es seit Jahrzehnten gewohnt sind. Wir alle sind Schützenfest, wir alle sind Tradition, wir alle sind Neuss.“

Im Blick zurück hatte Schützenkönig Weyand im Dienstbuch des Komitees Erstaunliches gefunden: Einen Muster-Musikvertrag, der den Bereich Innenstadt im Norden durch die Annostraße begrenzt; eine Begrenzung der Redezeit auf fünf Minuten; im Jahre 1955 ein Königspreis von 500 D-Mark und dass es sich bei dem Heimatfest keinesfalls um ein Vergnügen handeln könne, da regelmäßig ein Antrag auf Befreiung von der Vergnügungsteuer gestellt werde. Einige wenige Stimmen äußerten sich zurückhaltend zur Rede des Königs; doch der Saal applaudierte zwischendurch und am Ende spontan mit großem Beifall. Gerd Hohenforst, 50 Jahre als Grenadier aktiv: „Er hat spannende Themen angeschnitten und mir aus dem Herzen gesprochen.“

In seiner Laudatio auf den Schützenkönig erinnerte der Vizepräsident des Bürger-Schützen-Vereins, Michael Schmuck, an Vogelschuss und den Brauchtums-Werdegang von Bruno Weyand mit den Schwerpunkten Prinz, Gildekönig und Schützenkönig. Das amtierende Königspaar habe ein tolles Regierungsjahr präsentiert, Bruno sei ein fantastischer König. Eine Majestät zuhause in allen klassischen Facetten des Brauchtums.

Mehr von RP ONLINE