Neuss: So nachhaltig ist die Neusser Kirmes

Plastikbesteck und Co. : So nachhaltig ist die Neusser Kirmes

Wasserkosten, Stromverbrauch und Müllaufkommen – diese drei Parameter müssen die rund 220 Schaustellerbetriebe, die sich auf der Neusser Kirmes präsentieren, im Auge behalten.

Wasserkosten, Stromverbrauch und Müllaufkommen – diese drei Parameter müssen die rund 220 Schaustellerbetriebe, die sich auf der Neusser Kirmes präsentieren, im Auge behalten.  „Die nachhaltigere Organisation von Großveranstaltungen ist derzeit ein bestimmendes Thema auf den Volksfesten in Deutschland“, sagt Stadtsprecher Peter Fischer.

Die Stadtwerke Neuss gaben auf Anfrage bekannt, wie hoch der Wasser- sowie Stromverbrauch und das Müllaufkommen im vergangenen Jahr lagen: 2018 wurden auf der Neusser Kirmes insgesamt 12.000 Kubikmeter Wasser verbraucht. Die Zahl bezieht sich auf alle Wohnwagen, Toiletten, Fahrgeschäfte sowie Verpflegungsstände. Zum Vergleich: Im Juli dieses Jahres haben die Neusser rund 627.000 Kubikmeter Trinkwasser verbraucht.

Wiederum lag der Stromverbrauch bei rund 145.000 Kilowattstunden. Die Angaben beziehen sich ebenfalls auf alle Wohnwagen, Fahrgeschäfte sowie Verpflegungsstände, die an die Trafostationen zum Schützenfest angeschlossen waren. „Man kann hierzu aber sagen, dass die Stromverbräuche insbesondere durch Umrüstung auf die sparsamere LED-Technik in den letzten Jahren zurückgegangen sind“, sagt Stadtsprecher Fischer.

Eine Reduzierung des Verbrauchs liege im Interesse der Schausteller, betont auch Albert Ritter, Präsident der Europäischen Schausteller-Union, des Deutschen Schaustellerbundes sowie der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Schaustellerverbände in NRW. „Wir sind in Sachen Nachhaltigkeit bereits seit Jahren als Schausteller aktiv“, sagt er. Er bedauere, dass durch die Privatisierung der Bahn auch die Schausteller mit ihren Wägen von den Schienen auf die Straße verdrängt worden seien. „Ich fände es toll, wenn die Veranstalter der Kirmes noch auf Grünstrom umstellen würden“, ergänzt Ritter. Bereits vor 28 Jahren hätten die Schausteller ein Selbstverpflichtungspapier in Sachen Umwelt aufgelegt.  Seither würden beispielsweise Würste nicht mehr auf Papptellern zwischengelagert und diese anschließend weggeworfen. Außerdem würden Soßen nur noch aus großen Behältern angeboten, um so weniger Müll zu produzieren.

Das Müllaufkommen auf der Kirmes betrug im vergangenen Jahr rund 63 Tonnen, die durch die Abfall- und Wertstofflogistik (AWL) entsorgt wurden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass verschiedene Schausteller auch einige Tage vor und nach der Kirmes auf dem Platz stehen und daher die angegebene Menge auch den in diesem Zeitraum produzierten Müll umfasst.