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Neuss: Schützen-Regiment aus Papier und Wäscheklammern

Sommerbrauchtum in Neuss : Schützenregiment aus Papier und Wäscheklammern

Mit mehr als 100 selbstgebastelten Schützenfiguren holt sich Heribert Schulz aus Neuss Corona zum Trotz ein bisschen Festatmosphäre in die eigenen vier Wände.

Gegen Regentristesse und Paradenblues hilft in diesen Pandemiezeiten nur Schützenfest-Liebe im Herzen. Mit diesem Gedanken meistert Heribert Schulz das letzte August-Wochenende 2021, an dem zum zweiten Mal das Covid 19-Virus die Festabsage diktiert. Schulz holt Paradenatmosphäre in sein Zuhause. Mit mehr als hundert selbst gebastelten Schützen-Figuren lässt er im Flur das Neusser Regiment aufmarschieren, von den Sappeuren bis zu den Reitern. „Ohne Schützenfest geht es nicht“, sagt der Hausherr.

Heribert Schulz, vor 90 Jahren in Neuss geboren und an der Breite Straße aufgewachsen, begeistert sich für das Schützenfest, obwohl er nie aktiv war. Inzwischen wohnt er gemeinsam mit seiner Frau Monika seit vielen Jahren in der Reuschenberger St.-Hubertus-Pfarre: „Aber mein Herz schlägt immer noch im Rhythmus der Neusser Schützen.“

Mit dieser schützenfestlichen Begeisterung machte sich Heribert Schulz vor Jahren an die Arbeit. Heraus kam das farbenfrohe Neusser Regiment. Das besondere an seinem Bastelwerk: Neben Papier verwendet er nur Utensilien des täglichen Bedarfs: Wäscheklammer werden zum Schützenkörper, Büroklammern zu Trompeten und Posaunen – liebevoll gestaltet bis ins Detail. „Ich bin und bleibe eben ein Spielkind“, sagt der alte Herr.

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Die Freude an Formen und am Zeichnen führte Heribert Schulz in den Beruf. Als Architekt arbeitete er im öffentlichen Dienst und plante als Beamter schwerpunktmäßig Universitätsbauten für das Land Nordrhein-Westfalen. Seit seiner Pensionierung beschäftigt er sich vielfältig, oftmals zur Freude der Enkelgeneration, gelegentlich auch für die Erwachsenen. Für das Bücherhaus am Münster gestaltete er bereits Schützenfest-Schaufenster.

(lue-)