Kurt Koenemann wird mit dem neunten Schuss Schützenkönig in Neuss

Kurt Koenemann regiert in Neuss : Schützenkönig nach nur sechs Minuten

Schon nach dem neunten Schuss konnte Kurt Koenemann jubeln. Der Ehrenadjutant der Schützenlust wurde als Kurt I. proklamiert.

Was für ein Schuss! Für den Schützen Kurt Koenemann gab es viel Sympathie, für seinen dritten abgefeuerten Schuss – den insgesamt neunten im Wettkampf um die Neusser Schützenkönigswürde – aber noch mehr echt gemeinte sportliche Anerkennung. Denn der schlug ein wie ein Blitz und beendete den Wettkampf an der Vogelstange nach nur sechs Minuten – um genau 18.31 Uhr, wie Holger Schöpkens als Schriftführer des Komitees für die Chronik festhielt.

Noch auf der Festwiese wurde der Ehrenadjutant der Schützenlust und Schütze im Zug „Die Oberjä(h)rigen“ von Schützenpräsident Martin Flecken zum Schützenkönig Kurt I. proklamiert. Er tritt die Nachfolge von Bruno Weyand aus der Schüzengilde an, der seine Abschiedsworte mit einem Bekenntnis verband. Er habe nach 40 aktiven Jahren geglaubt, das Schützenwesen zu kennen. Nun wüssten er und Ehefrau Karin: „Wir kannten nichts!“

Wenn es einen tragischen Helden des Vogelschießens 2019 gab, dann war das Christoph Golasch vom Schützenlustzug „Dropjänger“. Er hatte seine Bewerbung erst am Sonntagabend abgegeben, konnte aber am Dienstag krankheitsbedingt nicht antreten. So blieb es bei dem „Kleeblättchen“, das dem Komitee so seit Ende Februar bekannt war: Stephan Meier (Tambourmajor beim TC „In Treue fest“), Christian Burlage (Grenadierzug „Fetzige Nüsser“), Joachim Schoth (Oberleutnant im Schützenlustzug „Altrüscher“) und eben Kurt Koenemann, der seinen Major André Uhr schnell „erlöst“ hatte: „Ein Wahnsinn. So früh hätte ich nicht mit der Entscheidung gerechnet,“ sagte der.

Der neue Schützenkönig trat zum ersten Mal an der Vogelstange an. Einen Traum erfüllen, eine 40-jährige Laufbahn als Schütze krönen – das nannte er als seine Motive. Und viele auf der Wiese empfanden es beinahe als gerecht, dass ihm das Glück so hold war. „Mein Herz schlägt für die, die sich engagieren“, bekannte Sebastian Appelfeller. Und zu den Menschen „mitten aus dem Fest“ zählt der evangelische Pfarrer (und Grenadier) Kurt Koenemann. Dem gab Hertha Reinhard, Schützenkönigin des Jahres 2005/06 und Ruder-Freundin, gleich ein paar Vorschusslorbeeren mit auf den Weg: „Kurt wird ein Super-König“.

Der neue König ist 62 Jahre alt und seit kurzem Polizeibeamter im Ruhestand. Seitdem engagiert er sich als Stadtbeauftragter bei den Maltesern. Den Hilfsorganisationen und der Polizei galt auch sein erster Dank. Und er bekannte unter dem Applaus der Gäste: „Mir ist völlig unverständlich wenn die, die anderen helfen, angegriffen und beschimpft werden. Das geht gar nicht.“

An seiner Seite repräsentiert Ehefrau Beate, (60), die Leiterin des Kindergartens Maria Goretti. Beide waren erst zum Fest von einer lange gewünschten Vietnam-Reise zurückgekehrt. Vielleicht hatten beide geahnt, dass jetzt erst einmal wenig Zeit zum Reisen bleiben wird. Gehofft und gewollten hatten sie es auf jeden Fall.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Neusser Schützenfest - Das Königsvogelschießen 2019

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