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Jäger in Neuss thematisieren Friedensglockenspiel Leuven

Fackelbau des Neusser Jägerkorps : Jäger unterstützen Projekt Friedensglockenspiel

Zum Schützenfest lässt der Bürgermeister als oberster Repräsentant der Stadt gerne dem Schützenkönig den Vortritt, doch die Teilnahme am Fackelbaurichtfest des Jägerkorps am Dienstagabend war Reiner Breuer ein persönliches Bedürfnis.

Denn die Fahnenkompanie um Hauptmann Bernd Posorski hat – angestoßen durch Ehrenmitglied Hans-Jürgen Hall – eine Fackel zum Projekt „Friedensglockenspiel“ gebaut, bei dem die Städte Neuss und Leuven (Löwen) in Belgien auf Breuers Initiative Partner wurden.Und weil es nicht nur bei einer Geste bleiben soll, spendet die Kompanie 350 Euro für das Glockenspiel, das am 11. November 2018 zum Jahrestag des Kriegsendes vor 100 Jahren erstmals erklingen soll. 

22 Großfackeln werden die Jäger am Samstag beim Fackelzug präsentieren und zeigen damit – im Verhältnis zur Mitgliederzahl – einen größeren Eifer als die meisten anderen Korps. Unter diesen leuchtenden Kunstwerken, die sich das Königspaar Georg Martin und Angelika Kunz in der Fackelbauhalle an der Blücherstraße aus der Nähe ansehen konnte, hob auch Jägermajor René Matzner, dem erstmals Martin Weyers als Adjutant zur Seite stand, die „Leuven-Fackel“ hervor. Man könne die Gräueltaten zu Beginn des Ersten Weltkrieges und die Zerstörung Leuvens, an der auch ein Neusser Landwehrbataillon fürchterlichen Anteil hatte, nicht rückgängig machen, sagte Matzner, aber was man könne sei, ehrlich um Entschuldigung zu bitten. Dazu trägt das beim Brand Leuvens zerstörte Glockenspiel, das mit Hilfe aus Neuss rekonstruiert wird, bei.

Raketenstart: Mit einer Fackel wird Adjutant Martin Weyers begrüßt. Foto: Christoph Kleinau

Die Idee zur Glockenfackel hatte die Fahnenkompanie schon im Januar, doch die Form, wie dieses schwierige Thema umgesetzt werden könnte, ergab sich erst, als Stadtarchivar Jens Metzdorf den Kompaniemitgliedern in einem Vortrag vor Augen führte, dass Sankt Quirin ja in beiden Städten verehrt wird. So sitzt nun die Figur des Neusser Stadtpatrons auf dem Bock jener Kutsche, mit der eine Neusser Glocke nach Leuven gebracht wird.

Vom Frieden berichtet auch die Fackel vom Jägerzug „Fooder Jongen“, die einen Panzer mit verknotetem Geschützrohr zeigt. „Streit“ dagegen sucht offenbar der Zug „Sängerfreunde“, der unter dem Motto „Ehe für alle“ einen Jäger und einen Grenadier verheiraten – und zwei Edelknaben tragen die „Schleppe“.