Neuss : Heute geht die Kirmes los

Exakt 273 Geschäfte warten auf ihre Besucher, wenn heute um 17 Uhr per Fassanstich die fünftägige Kirmes eröffnet wird. Optisch herausragendes Fahrgeschäft ist der 55 Meter hohe "Star Flyer", der erstmals in Neuss steht.

Einen Traum hätte sich Willi Schlabbers zum Ende seiner Berufstätigkeit noch gerne erfüllt: "Eine Box-Bude auf dem Kirmesplatz." Doch dieser Wunsch des 63-Jährigen, der seit 33 Jahren im Ordnungsamt das Angebot der 19 Kirmesplätze in der Stadt zusammenstellt, bleibt unerfüllt. Gleichwohl hat der "Kirmesplatz-Architekt" mit seiner Mannschaft ein Angebot für den Rummel zusammengestellt, das sich sehen lassen kann.

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Höhepunkte sind zwei in Neuss neue Fahrgeschäfte auf dem TÜV-Gelände: der "Star-Flyer", auf dem die Fahrgäste in 55 Metern Höhe ihre Kreise ziehen, und der "Flash", in dem die Passagiere mit einem Fünf- bis Sechsfachen ihres Körpergewichtes bei Tempo 120 pro Stunde befördert werden.

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Die Liste der Bewerber ist lang: 735 Geschäfte (Tendenz steigend) wollten in diesem Jahr bei dem fünftägigen Spektakel auf der "Rollmopsallee" und dem Kirmesplatz dabei sein, 273 bekamen am Ende den Zuschlag. Darunter viele, die seit Jahren Gast in Neuss sind. Oder welche, deren Fahrgeschäft im Vorjahr so gut ankam, dass gleich vor Ort per Handschlag die Verabredung für 2011 erfolgte. So im Fall der Kinder-Achterbahn "Willy der Wurm". Eine Neuheit ist auch "Aviator", Fliegen, Schweben, Schaukeln und Schwingen in drehbaren Gondeln im Stil der 30er-Jahre.

Die Neusser Kirmes spielt im Konzert aller Rummelveranstaltungen im Stadtgebiet eine bedeutende Rolle. Denn dort erzielt die Stadt Überschüsse, mit denen andere 18 Kirmesse subventioniert werden. Auf rund 100.000 Euro schätzt Frank Stiller, im Ordnungsamt für die diese speziellen Finanzen zuständig, die Gesamtkosten der Neusser Kirmes. "Alleine die Wasserversorgung mit den eigens zu legenden 2,5 Kilometer langen Leitungen kostet 16.000 Euro", sagt Stiller. Reinigungs- und Deponiekosten — nur für die Kirmes, ohne Schützenfest — verschlingen rund 25.000 Euro. "Unter dem Strich bleibt aber ein Plus von 40.000 bis 50.000 Euro."

Es hat übrigens nicht viel gefehlt und auf dem Tüv-Gelände würde mit "Conga" ein weiteres, atemberaubendes Fahrgeschäft stehen. "Wir hatten die Zusage", so Schlabbers, "aber der junge Besitzer bekam die Möglichkeiten, an drei, vier Wochenenden in Folge in Hamburg zu stehen. Dafür haben wir Verständnis." Auch ohne "Conga" bietet die Kirmes für jeden etwas. Schlabbers, der zusammen mit Amtsleiter Uwe Talke regelmäßig Veranstaltungen in NRW besucht, ist überzeugt: "Neuss ist die Familien-Kirmes. Eine Ballermann-Kirmes findet hier nicht statt."

(NGZ)