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Geschenk des Schützenkönigs an Neuss nicht fertig

Eine Laterne wie ein Königsorden : Hohe Hürden für Königsgeschenk

Schützenkönig Georg Martin will eine Laterne für das Grenadierdenkmal stiften. Doch das Geschenk wird bis zum Beginn des Festes nicht fertig.

Zum ersten Mal seit Jahren wird das Königsgeschenk der Neusser Schützenmajestät zum Festauftakt nicht fertig sein. Aber die Idee, die Schützenkönig Georg Martin umsetzen will, ist auch speziell – und der Genehmigungsaufwand entsprechend. Der Bürgermeister habe „sein Häkchen dran gemacht“, sagt Martin, der deshalb davon ausgeht, dass es etwas wird mit seiner Laterne für den Hamtorplatz. Dort soll sie nachts das Grenadierdenkmal illuminieren, das 1987 von der Düsseldorfer Bildhauerin Monika Staiger in Bronze gegossen wurde.

Dass zwischen Idee und Ausführung noch eine politische Diskussion – etwa im Kulturausschuss – nötig ist, glaubt der städtische Pressesprecher Peter Fischer nicht. Aber Georg Martin hat schon erfahren, dass es genug bürokratische Hürden gibt, an denen solch ein Vorhaben am Ende doch scheitern könnte. Zum Beispiel die Lichtstärke.

Mit dem Hinweis aus dem Rathaus, dass Laternen gewisse Vorgaben zur Ausleuchtung des öffentlichen Raumes erfüllen müssen, „waren alle Laternen, die ich mir ausgesucht hatte, ausgeschlossen“, sagt Martin. Er wollte eine Alt-Berliner Laterne so abwandeln, dass die Leuchte auf dem Laternenpfahl aussieht wie sein – der Handfackel eines Schützen nachempfundener – Königsorden. Statt der ausgewählten Leuchte „Alt-Berlin“ soll er jetzt auf eine moderne Lampe festgelegt werden, die, so Georg, „auf alt getrimmt wird.“ Aber das wird der Schützenkönig so nicht akzeptieren. Denn der Hamtorplatz sei schon ausgeleuchtet, sein Geschenk mit seinem gelben Licht käme ja nur „on top.“

Dass die Laterne nicht zwischen den beiden Figuren des Denkmals sondern abseits stehen soll, wirft nach Fischers Darstellung nicht die Frage nach dem künstlerischen Urheberschutz auf. Die Wirkung des Denkmals bleibe unverändert. Aber es gibt andere Dinge, die das Tiefbaumanagement noch wissen will. Zum Beispiel, wer für die Folgekosten für Strom, Reinigung oder etwaige Reparaturen aufkommen soll.

Mit Vertretern des Grenadierkorps, die dieses Denkmal vor mehr als 30 Jahren gestiftet haben, hat der Schützenkönig nicht gesprochen. Das müsse er auch nicht, sagt der Grenadier-Vorsitzende Rainer Halm, denn das Korps hatte seinerzeit das Standbild der Stadt zum Geschenk gemacht. „Wir haben kein Mitspracherecht mehr“, sagt Halm. Aber er fände es schön, wenn das Gespräch mit dem Korps gesucht würde. „Wir identifizieren uns zu tausend Prozent mit dem Grenadierdenkmal“, sagt Halm, dem deswegen nicht gleichgültig ist, wie Königsgeschenk und Figurengruppe nebeneinander wirken. „Vielleicht wertet die Laterne den Platz weiter auf“, sagt er. Sein Korps erwäge, eine Patenschaft für das Denkmal zu übernehmen, das zuletzt zwei Mal kurz hintereinander beschädigt worden war.