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Komitee setzt auf erfahrene und neue Kräfte in seinen Reihen: Generationswechsel angestrebt

Komitee setzt auf erfahrene und neue Kräfte in seinen Reihen : Generationswechsel angestrebt

Von Carina Wernig

Von Carina Wernig

"Die aktuelle Bürgerbefragung hat belegt, dass über 93 Prozent der befragten Haushalte das Schützenfest für die wichtigste Veranstaltung in und für Neuss halten." Auf dieses Ergebnis ist Schützen-Präsident Thomas Nickel mit Recht stolz, vertritt er doch alle Neusser Schützen. Das Komitee sorgt dafür, dass das "Unternehmen Schützenfest" immer wieder störungsfrei abläuft. Schützen-Präsident Thomas Nickel (links) und sein Stellvertreter Peter Söhngen nehmen Hermann Wilhelm Thywissen, den Ehrenpräsidenten, in die Mitte. NGZ-Foto: A. Woitschützke -->

"Das läuft doch alles von allein" - mit dieser Aussage wird Holger Schöpkens seit acht Monaten oft konfrontiert, wenn es um seine neue Aufgabe als Komitee-Mitglied geht. Doch schon der "Neuling" hat gemerkt, wie viel Arbeit trotz aller eingespielter Abläufe noch zu erledigen ist: "Auch Traditionelles muss immer neu bestellt, organisiert und ausgeführt werden", weist Schöpkens auf die lange Vorbereitungsphase hin.

"Ursprünglich ruhte das Schützenwesen in der Zeit zwischen dem Ende des Schützenfestes und der Zog-Zog-Versammlung, auf der das Komitee gewählt wurde, um dann mit der Arbeit zu beginnen", erläuterte Claus Lappen auf der Bürgerversammlung am 13. Juli, um lächelnd anzumerken: "Sie dürfen gern Martin Flecken, den neuen Vorsitzenden der Ablaufkommission, fragen, welche Aussichten wir hätten, das Schützenfest in auch nur halbwegs gewohnter Manier zu feiern, wenn wir als Komitee mit dem heutigen Tage beginnen würden, in die Vorbereitungen einzutreten." Es ist eben viel zu organisieren - das reicht auch bis zu Überraschungen, wenn gewohnte Abläufe ins Wanken zu geraten drohen, weil neue Vorstände betroffener Unternehmen den althergebrachten Tribünen-Aufbau wegen eines zugestellten Nebeneingangs in Frage stellen.

Doch das Zusammenspiel mit dem städtischen Ordnungs- und Tiefbauamt, mit den Hilfsorganisationen, mit Polizei und Feuerwehr klappt seit Jahren reibungslos. Trotzdem ist das Komitee dafür verantwortlich, dass diese Zusammenarbeit weiterhin funktioniert. So müssen die Einsatzkräfte an den "Tagen der Wonne" fast rund um die Uhr im Einsatz sein: Die Palette reicht von den vorbereitenden Schmück- und Räumaktionen der Straßen über die medizinische Versorgung durch Sanitäter bis zur Zugbegleitung durch Polizeibeamte und der Entgegennahme der brennenden Chargierten-Pechfackeln am Ende des Fackelzuges durch die Feuerwehr. "Die vielen Helfer im Hintergrund leisten hervorragende Arbeit, auf sie können sich die Schützen verlassen", betont Präsident Nickel.

Der 54-Jährige steht einem Komitee vor, das sich in den vergangenen Jahren konsequent verjüngt hat. Nicht nur die Regimentsspitze mit Oberst Dr. Heiner Sandmann und seinem Adjutanten Volker Schmidtke, auch die 2000 neu ins Komitee gewählten Mitglieder Claus Lappen und Martin Flecken gehören der Generation junger Schützen an - ebenso wie der "Neuzugang von 2001" Holger Schöpkens. Mit der Zog-Zog-Rede von Claus Lappen und der Laudatio von Martin Flecken auf Schützenkönig Franz-Josef Badort beim Königsehrenabend haben beide nach einem "Schnupper-Jahr" ihre Feuertaufe bereits bestanden. "Dieser Generationswechsel hat sehr gut und harmonisch geklappt", zieht Thomas Nickel Bilanz nach den ersten Schritten.

Denn noch ist die Verjüngung nicht ganz abgeschlossen, steht bei der Jahreshauptversammlung am 22. November doch die Wahl zweier neuer Komiteemitglieder an. Eine vakante Stelle muss noch besetzt werden und ein Nachfolger für den ausscheidenden Oberschützenmeister Hans-Paul Clemens ins Komitee nachrücken. "Wir haben schon zwei junge Schützen als Kandidaten ins Auge gefasst, die gut zum Komitee passen würden", sieht der Präsident die Personalfrage auf gutem Weg. Denn auch die Zusammenarbeit der erfahrenen Mitglieder mit den neuen verlaufe harmonisch. Auch die Ehrenmitglieder seien in Veranstaltungen gut einbezogen. "Von deren Erfahrung können nicht nur die "Neuen" profitieren", betont Nickel.

Besonderes Ansehen genießt - nicht nur im Komitee, sondern auch bei allen Schützen - Ehrenpräsident Hermann Wilhelm Thywissen, der bei Oberst- und Königsehrenabend in der ersten Reihe saß - und den allerersten Königsorden überreicht bekam. Die Schützen fühlen sich als große Familie, wenn es um das Heimatfest geht - das stellte Thomas Nickel auch beim Königsehrenabend heraus: Eine Vielzahl von Veranstaltungen innerhalb des Jahres werde bestimmt von dem Gedanken des Gemeinschaftserlebnisses, der Erinnerung an Begebenheiten der jüngeren und weiter zurückliegenden Vergangenheit im Freundeskreis der Schützen.

"Wir Schützen bewegen uns in einem Kreislauf, der unsere Pläne fest einrahmt, den Einzelnen gleichwohl einbindet, aber nicht bevormundet. Jede Teilnahme ist freiwillig, je enger jedoch das Band der Freundschaft und der Freude wächst, ist sie eine gern übernommene Pflicht." Die Neusser Schützen seien mit großer Begeisterung, meist aber diszipliniert dabei. Und dazu wolle das Komitee des Bürger-Schützen-Vereins im Zusammenspiel mit den vielen Helfern gern die Voraussetzungen liefern.

(NGZ)