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Neuss: Fackelzug lässt Neuss erstrahlen

Neuss : Fackelzug lässt Neuss erstrahlen

Pünktlich um 20.45 Uhr setzte sich der Fackelzug mit seinen 91 leuchtenden Großfackeln am Samstagabend in Bewegung. Und obwohl immer wieder Regentropfen vom Himmel fielen, ließen sich weder Marschierer noch Zuschauer die gute Laune verderben.

"Vorhang auf zur Fackelschau" hieß es bei den Grenadieren gleich zu Beginn. was folgte, war eine Dramaturgie, die Höhepunkte in form und Farbe setzte und immer wieder Beifall brachte. In diesem Jahr besonders oft glossiert: Das Thema "Frauenfußball" mitsamt der mißglückten Weltmeisterschaft. Ohnehin nahm der Sport einen ersten Rang unter den Groß- und Transparentfackeln ein. Die Aufforderung, Neuss mit seiner Skihalle nächstes Jahr zum Austragungsort der Olympischen Winterspiele werden zu lassen, war den Fackelbauern ebenso ein Thema wert wie der Hinweis auf den jüngsten Formel 1-Weltmeister und sein schmuckes Rennnauto. Da durfte natürlich ein Seitenhieb auf den Zustand der Neusser Straßen nicht fehlen. "Schon Salz gekauft?" fragte der Grenadierzug "Mer dörve" und erinnerte an ein Problem des letzten Winters.

Ohnehin war die Lokalpolitik ein weiterer starker Akzent, ob es nun um die Reise des Bürgermeisters nach Dubai ging, den wenig akzeptierten Rennbahn-Park oder die neue Treppe am Pegel, welche die "Rheinstrolche" von der Schützengilde nur mit einem "Oben hui, unten pfui" versahen.

Neben lokalen Themen gab es selbstverständlich auch Überregionales aus der Poltik. Großartig in Form, Farbe und Bewegung war die Fackel "Kraft-Akt Frauenpower" des Zuges "Hubertus-Hirsch" von der Schützenlust. Nicht weniger gelungen die "Doktorspiele", ein Kommentar zu falsch verliehen akedemischen Titeln durch die "Fetzigen Nüsser" von der Schützenlust. Aber auch die Themen Rente, Energie, Euro und Umwelt bewegten die Fackelbauer.

Schließlich die Gruppe der speziell auf das Schützenfest, das Schützenwesen und seine Repräsentanen bezogenen Fackeln. Man erblickte den Wunschtraum eines "Schützenlazaretts" der "Läpkesspöler" von der Schützenlust, aber auch mehrfach den Grenadiermajor zu Pferd sowie Majestät und den Reitersieger. Der Stadtpatron Sankt Quirin konnte sich über mangelnde Aufmerksamkeit der Schützen nicht beklagen, ebensowenig das Münster selbst, welches gelungen vom Grenadierzug "Münsterchor" gezeigt wurde. In diesem Zusammenhang fielen vor allem die kleinern Fackeln der "Zugvögel" von der Schützenlust auf. Die liebevoll gestalteten Tragefackeln zeigten historische Bauwerke, die die Stadt prägten und prägen.

Zahlreich in diesem Jahr die Fackeln mit Hinweis auf Zug- oder Korpsjubiläen. Und da center-tv von der Verlagsgruppe der Rheinischen Post erneut direkt den Fackelzug übertrug, kam das Fernsehen generell nicht zu kurz. Das 40jährige Bestehen der Sendung mit der Maus wurde gleich mehrfach gewürdigt und die besonders gelungene und prächtig strahlende Maus des traditionsreichen Jägerzuges "Annemarie" fand bei den kleinen und großen Kindern den verdienten Beifall.

Dieser gebührt im übrigen auch allen anderen Fackelbauern. Sie konnten gegen Mitternacht erleichtert aufatmen: "Wir haben es auch in diesem Jahr wieder geschafft!". Zur Freude der Neusser und ihrer Gäste.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So schön war der Neusser Fackelzug 2011

(NGZO)