1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss
  4. Bürgerschützenfest

Ex-Präsident feiert Schützenfest in Neuss als einfacher Schütze

Schützenfest in Neuss : Nickel feiert wie zuletzt 1990 – mit weißer Grenadier-Hose

Der Frack fürs Fest hängt parat. Das war in der mehr als 30-jährigen Schützenkarriere des Thomas Nickel nie anders. Neu ist, dass neben den schwarzen Hosen, die von Herren im Komitee getragen werden, nun auch weiße Hosen auf ihren Einsatz warten.

Das war im Hause Nickel zuletzt 1990 der Fall. „Ich marschiere wieder in meinem Zug mit, bei den Sportfreunden“, sagt Thomas Nickel, dort wird er als einfacher Grenadier weiße Hosen zum Frack tragen. „Darauf freue ich mich“, sagt Nickel, „denn ich will auch als Ehrenpräsident weiterhin Schützenfest feiern.“

Ohne Thomas Nickel ging 17 Jahre nichts im Bürger-Schützen-Verein, 17 Jahre stand er als Präsident an der Spitze. Dann zog er sich im Vorjahr als 70-Jähriger zurück; die Schützen wählten Martin Flecken zu seinem Nachfolger und ihn zum Ehrenpräsidenten. Der ist – protokollarisch gesehen – den Ehrenmitgliedern gleichgestellt, die aus dem Komitee stammen. Was heißt das? „Sie marschieren nicht mit ein. Sie nehmen nicht die Parade ab. Sie sitzen bei den Umzügen nicht in der Kutsche“, sagt Martin Flecken. Hat der Ehrenpräsident denn überhaupt keine Privilegien? „Doch“, sagt Flecken, „er steht als erster auf dem Schützenfestplakat, alle anderen Ehrenmitglieder folgen in der Zeitfolge ihrer Ernennung.“

Doch bevor für Thomas Nickel das neue Schützenleben als Ehrenpräsident und Grenadier beginnt, wird er am Samstag noch einmal im Mittelpunkt stehen. Um 16.15 Uhr beginnt auf dem Markt der Zapfenstreich zu seinen Ehren, mit dem er offiziell aus dem Amt verabschiedet wird. Nickel erwartet noch einmal einen emotionalen Höhepunkt, zumal er sich zwei Musikstücke wünschen durfte. Welche er ausgewählt hat, verrät er nicht: „Etwas Überraschung muss doch auch sein!“

Die Schützenlaufbahn von Thomas Nickel begann 1987. Damals feierte er als Gründungsmitglied mit seinem Zug „Die Sportfreunde“ Premiere. Bereits 1990 gelang ihm im zweiten Anlauf der Königsschuss, anschließend stieg er ins Komitee auf, 2000 wurde er dessen Präsident. Vier Jahre marschierte Nickel durch die Stadt; jetzt die Neuauflage. „Ich habe Respekt vor dem Marschweg“, sagt Thomas Nickel, der am Dienstag 71 Jahre alt wird und hofft, sich keine Auszeiten nehmen zu müssen. Langeweile kommt nicht auf. Seine Festtage sind eng getaktet – nur Sonntagnachmittag hat er frei. „Vielleicht ruhe ich dann aus“, sagt Nickel. Zeit für Neues.