Ein echter Prinz trägt Frack

Neuss/Rhede (lue-) Geschichte wiederholt sich doch. 1992 war es Gottfried Arnold, Herausgeber der Rheinischen Post, der gemeinsam mit Hochmeister Hubertus Prinz zu Sayn-Wittgenstein zu den Ehrengästen des Neusser Schützenfestes zählte. Wenn nun mit Emanuel Prinz zu Salm Salm der neue Hochmeister Ehrengast der Königsparade sein wird, dann trifft auch er auf einen Vertreter der Düsseldorfer Verlegerfamilie: Karl Hans Arnold, Vorsitzender der Geschäftsführung der Mediengruppe RP.

Prinz Salm (49) trat im März die Nachfolge Sayn-Wittgensteins an. Als Hochmeister im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften ist er Chef von 400 000 Schützen, die in 1300 Bruderschaften organisiert sind — zwei Bruderschaften marschieren am Sonntag zur Königsparade mit dem Neusser Regiment an ihm vorbei: die Hubertusschützen und die Scheibenschützen. Auf sie schaut der Hochmeister am Sonntag besonders gespannt. Ein echter Prinz, einer vom alten Adel, trifft in Neuss auf einen bürgerlichen Schützenkönig Werner IV. Kuhnert.

Der Prinz, Spross einer Familie des europäischen Hochadels, wurde in Münster geboren, wuchs zunächst in Düsseldorf-Kaiserswerth, später in Rhede bei Bocholt auf. Heute lebt er auf Schloss Rhede, dem Sitz der Salm'salmschen Vermögensverwaltung. Familiensitz ist die Wasserburg Anholt in Isselburg. Der promovierte Jurist sammelte berufliche Erfahrung unter anderem bei der Deutschen Bank und im Bankhaus Sal. Oppenheim, ehe er vor zehn Jahren den Dienst in der Familie antrat. Als er privat und beruflich positioniert war, fühlte er sich bereit für das Ehrenamt des Hochmeisters — natürlich in Abstimmung mit seiner Frau Anne, die er im Spätsommer des vergangenen Jahres vor den Traualtar führte.

Der Erbprinz lebt Begriffe wie "Dienst", "Pflicht" oder "Disziplin". Dabei schöpft er Kraft aus seinem Glauben. Der Prinz ist Frühaufsteher. Ab 6 Uhr ist er dann im Stall zu sehen, reitet allein oder mit den Hunden aus. Der Vormittag gehört der Büroarbeit, am Nachmittag stehen auswärtige Termine an. Abends folgt er oftmals gesellschaftlichen Verpflichtungen, doch mindestens zweimal wöchentlich bildet er seine Hunde aus.

(NGZ)
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