Neuss : Die Stadt im Festtagsschmuck

Neuss (jd) Der Countdown läuft. Nur noch einen Tag bis zur Eröffnung des 185. Neusser Bürgerschützenfestes. Die ganze Stadt wird auf den Beinen sein. Über 6000 Schützen fiebern ihrem Heimatfest entgegen. Wie aber präsentiert sich die Innenstadt kurz vor dem Fackelzug und der Königsparade?

Die Mitabeiter der Stadtverwaltung waren fleißig. Vom Rathaus her kommend, wehen auf dem Hauptstraßenzug rot-weiße Neusser Fahnen. Die Stadt ist in ihren Heimatfarben geschmückt und will sich von ihrer besten Seite zeigen. Auch in den Seitenstraßen finden sich Luftballons und kleine Fähnchen wieder. Darüber hinaus leistet eine Reihe von Einzelhändlern in der Innenstadt ihren eigenen Beitrag zur festlichen Gestaltung der Stadt.

"Für die vielen Gäste, die Neuss in diesen Tagen besuchen kommen", sagt Udo Hapke, Inhaber des gleichnamigen Optikergeschäfts. Für ihn ist es eine Selbstverständlichkeit seine Schaufenster am Konvent dem Neusser Schützenfest entsprechend zu dekorieren. Seit 57 Jahren ist er selbst aktives Mitglied im Grenadierzug "Nüsser Sondermischung" und stellt jedes Jahr aufs neue gesammelte Utensilien seines Zuges stolz in dem Geschäft aus.

Als Neusser Geschäftsmann hält auch Christoph Napp-Saarbourg (Einhorn Apotheke) es für wichtig, "sich den Festivitäten der Stadt zu öffnen". Aus diesem Grund holt er spätestens am Königsehrenabend die rot-weißen Dekorationen aus dem Keller. Und ein paar Geschäfte weiter kann man bei der "Gewürzmühle Engels" sogar Neusser Flaggen für das Auto erwerben.

Auch an einigen anderen Stellen in der Innenstadt ist es unübersehbar, dass Neuss mit großen Schritten auf die Festtage rund um Mario I. Meyen zugeht. So warten in dem Schaufenster der Sebastianus Apotheke seit zwei Wochen große Schützenfiguren aus Holz darauf, dass ihre "Kollegen" bei den Festzügen an ihnen vorbei ziehen werden. Das ganze Team und sein Geschäftsführer und Grenadierschütze Dr. Wolfgang Reipen sind schon "Feuer und Flamme für die Festivitäten".

Allerdings stellen diese Läden in der Innenstadt nicht den Regelfall dar. Deshalb wunderte sich der ein oder andere heimatverbundene Bürger, wie NGZ-Leser Herbert Jung, in den vergangenen Wochen, dass nur wenige Einzelhändler eine themenbezogene Dekoration zum Schützentreiben in ihren Schaufenstern präsentierten. Diese Entwicklung haben auch traditionsbewusste Neusser wie Udo Hapke "mit Bedauern" festgestellt.

Dennoch, "besser spät, als nie", dachte sich ein Großteil der Ladenbesitzer in der Innenstadt und seit einigen Tagen zeugen nun auch bei ihnen rote und weiße Rosen, Bilder, Figuren, Fahnen und Plakate von ihrer Vorfreude auf das Neusser Schützenfest.

Nur Mobilfunkgeschäfte, Drogeriemärkte und einige Bäckereien halten sich, in schon gewohnter Manier, bei den allgemeinen Innenstadtaktivitäten komplett zurück. Eine schützenfestliche Schaufensterdekoration in den Heimatfarben sucht man in diesen Läden vergebens, die ja auch für das Thema Weihnachtsbeleuchtung nicht ansprechbar sind.