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Glanzvolle Parade für Schützenkönig Franz-Josef Badort: Das Fest als "Kraftquelle" der Stadt

Glanzvolle Parade für Schützenkönig Franz-Josef Badort : Das Fest als "Kraftquelle" der Stadt

Von Friedhelm Ruf

Von Friedhelm Ruf

Da hatten einige schon befürchtet, es würde schlechtes Wetter geben. Doch wenn ein König Franz-Josef heißt, kann es nur einen weiß-blauen Himmel geben. Und so gab es am Sonntag ideales Paradewetter, als die Schützen zum Höhepunkt des Neusser Bürger-Schützen-Festes an König, Komitee und Ehrengästen vorbeimarschierten. Das war sein Tag: Schützenkönig Franz-Josef Badort mit Komiteemitglied Peter Söhngen (vorne, l.), Bürgermeister Herbert Napp (vorne, 2.v.l.), Präsident Thomas Nickel (vorne 2.v.r.) und Ehrengast Daniel E. Harris (r.). NGZ-Foto: A. Woitschützke

Allerdings kam zu Beginn der Feierlichkeiten so mancher Brauchtumsfreund ins Grübeln, denn Grenadier-Adjutant Berni Schmitz gab ausgerechnet um 11.11 Uhr das erste Kommando auf dem Markt. Während dann die Fahnengruppen auf dem Markt unterwegs waren, zeichnete Edelknaben-König Dirk Halm König und Komiteemitglieder mit seinem Orden aus.

In der Zwischenzeit war für Präsident Thomas Nickel ein Mikrofon bereit gestellt worden. "Hier auf dem Markt schlägt das Herz unserer traditionsreichen Stadt", sagte der Präsident, der das Heimatfest als "stabilen Halt" bezeichnete. Nickel wies auch auf den integrierenden Charakter des Schützenfestes hin: "Aus Fremden werden Nachbarn und Freunde. So ist das Fest eine Kraftquelle unserer Stadt."

Diese Kraftquelle zeige sich auch in der Solidarität der Schützen nach den Überschwemmungen der vergangenen Tage. Der Präsident forderte auch die Besucher auf dem Markt auf, Solidarität mit den vom Hochwasser geschädigten Menschen zu zeigen und sich an den Spendenaktionen zu beteiligen. Am Ende von Nickels Rede wurde das Deutschland-Lied angestimmt und die Bundesfahne hochgezogen.

Nach der Ansprache des Präsidenten meldete Grenadier-Adjutant Berni Schmitz Oberst Dr. Heiner Sandmann die Stärke des Regiments an diesem Morgen: 6.086 Mann, 1.427 Musiker und 4.659 aktive Schützen. Von der guten Verfassung des Regiments überzeugten sich dann bei der Abnahme der Front König Franz-Josef Badort, die Herren des Komitees und die drei Ehrengäste des Bürger-Schützen-Vereins: der Präsident der IHK Mittlerer Niederrhein, der Neusser Unternehmer Wilhelm Werhahn, der persönlich haftende Gesellschafter des Unternehmens Schmolz und Bickenbach, Michael Storm, und der in Düsseldorf residierende Generalkonsul der USA, Daniel E. Harris.

Während König, Komitee und Gäste unterwegs waren, verwandelte sich der Markt in ein buntes Bild: der Aufzug der Hönesse. Kraft müssen sie haben, die kräftigen Männer mit den Blumenhörnern, die sie durch die festliche Stadt tragen. Einer von ihnen hatte offenbar zu Ehren von Generalkonsul Harris einen amerikanischen Stander am Blumenhorn.

Erwartet werden in jedem Jahr auch die Lieder der Grenadiersänger, denn ohne dass sie das Lied "Kirmes, Kirmes" angestimmt haben, fehlt etwas am Neusser Schützenfest. Während Schützen und Gäste dann auf den König warteten, der von seiner Regiments-Inspektion noch nicht zurück gekehrt war, hatte der Musikverein Holzheim noch ein besonderes Musikstück parat: Es durfte geswingt werden, was auch Adjutant Berni Schmitz im Sattel vortrefflich machte.

Um 12.02 Uhr wurde es dann mit einem deutlichen Kommando von Oberst Sandmann ernst: Nur noch wenige Minuten waren es zur Parade, die dann um 12.15 begann und um 13.53 Uhr mit dem Auftritt des Instrumentalvereins Kerken als letztes Musikkorps auf dem Markt endete. Aus allen Häusern rund um den Markt und von den Tribünen schauten die Zuschauer auf das Geschehen. Die zuschauenden Damen auf dem Rathausbalkon wurden auch in diesem Jahr wieder verstärkt durch den Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin.

Auch eine Abordnung der Düsseldorfer Jonges mit Präsident Welschering schaute vom Rathaus aus auf den Markt. Sie ließen sich später von den Grenadieren Ernst Freistühler und Klaus Gravemann etwas über Neusser Orden erzählen. Als die Parade vorbei war, wurde der Markt kurzzeitig gesperrt, um ihn wieder für den Nachmittagsumzug herauszuputzen.

(NGZ)