Bürger-Schützenfest 2019 in Neuss: Ein Quintett beim Vogelschuss

Vogelschuss in Neuss : Ein Quintett schießt auf den Königsvogel

Viel Spannung auf der Schützenwiese: Erstmals seit 1993 gibt es wieder einen Fünfkampf. Wer wird Nachfolger von Bruno Weyand?

Das hat es seit 1993 nicht mehr gegeben! Wenn Schießmeister Achim Robertz am Dienstag um 18.15 Uhr die Königsbewerber in den „Ring“ bittet, dann wird sich gleich ein Quintett an der Vogelstange einfinden. Das bestätigte Schützenpräsident Martin Flecken auf Anfrage der NGZ, als am Montag um 15 Uhr die Meldefrist abgelaufen war. Vor 26 Jahren war Christian Hellendahl der glückliche Schütze.

Vier Neulinge und ein „Wiederholungstäter“ treten an. Joachim Schoth (61), Oberleutnant im Schützenlustzug „Alttrüscher“, versucht es ein zweites Mal. Im Vorjahr musste er Bruno Weyand den Vortritt lassen. Jetzt will er dessen Nachfolger werden. „Die Botschaft ist klar“, sagt Schoth, „ich will es werden.“ Die Entscheidung, für den Königsthron bereit zu sein, sei im Familienkreis getroffen, die Vorbereitungen abgeschlossen: „Wenn man es will, dann sollte man es zumindest zwei Mal versuchen.“

Als Letzter reihte sich Christoph Golasch (43) in die Bewerberliste ein. Sein Name war im Vorfeld nicht gehandelt worden. So wurde am Montag bei den Biwaks von einem Überraschungskandidaten gesprochen, der am Sonntagabend beim Grenadierball seinen Meldebogen abgegeben habe. Gleichwohl ist Golasch in der Neusser Schützenszene eine bekannte Persönlichkeit. Er war schon Reitersieger auf der Furth, wo er im Vorjahr mit seiner Frau Anne auch als Königspaar regierte. Seit fünf Jahren macht Golasch zudem „in der Stadt mit“, wo er im Schützenlustzug „Dropjänger“ marschiert. Deren Oberleutnant Christoph Napp-Saarbourg war 2016/17 Schützenkönig und wird seinem Kameraden nicht abgeraten haben ...

Mehr noch. Napp-Saarbourg ist Gründer und Mentor von „Do simmer dabei“, einem Gastzug, der beim Schützenfest in Holzbüttgen aufzieht. Dort wird er nicht nur von Christoph Golasch begleitet, sondern von einem zweiten Kameraden, der am Dienstag in Neuss König werden will: Christian Burlage (52). Der selbstständige Vermögensberater, ein Westfale aus Münster, kam 2004 nach Neuss, war wenige Wochen später schon im Grenadierzug „Fetzige Nüsser“ aktiv und hat seither den Königsschuss im Blick. Nachdem er bereits 2013 laut über eine Bewerbung nachgedacht – und den Gedanken wieder verworfen – hatte, ist er jetzt definitiv am Start: „Ich bin von den Neussern so toll aufgenommen worden, da möchte ich jetzt etwas zurückgeben.“

Ein (Familien-)Jubiläum nimmt Stephan Meier (52) zum Anlass, nach der Königswürde zu greifen. Vor 25 Jahren bestieg sein Vater Bernhard, ein Jäger-Oberleutnant, den Thron. Jetzt will der Sohn ihm folgen und seine Frau Monika findet das gut. Seit 1975 spielt der selbstständige Transportunternehmer beim Tambourkorps „In Treue fest“ Trommel und Lyra; längst ist er Major der Spielleute. Erfahrung im „Königsein“ bringt er auch mit. Er war 1999 Grenadiersieger. Aus seiner Anspannung vor dem Wettstreit macht Stephan Meier kein Geheimnis: „Dieses Schützenfest ist für mich anders als alle anderen zuvor.“

Wer den Namen Kurt Koenemann (62) hört, kann diesen Schützen sogleich einordnen. Er war über lange Jahre hinweg als Adjutant eine feste Größe der Schützenlust. Jetzt möchte er sich seinen (Königs-)Traum erfüllen: „Das wäre ein toller Abschluss meiner Vita.“ Koenemann ist pensionierter Polizeibeamter und engagiert sich als Stadtbeauftragter der Malteser. Er marschiert seit 40 Jahren im Schützenlustzug „Die Oberjä(h)rigen“, dessen Zugführer er ist. Der Zug stellte vor zwei Jahren mit Georg Martin bereits einen König.

Anmerkung: Am Dienstagnachmittag hat Christoph Golasch seine Bewerbung aus Krankheitsgründen kurz vor dem Vogelschuss überraschend zurückgezogen. Es konnten also nur die verbleibenden vier Bewerber zur Entscheidung an der Vogelstange antreten.

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