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Neusser Schützenfest: Botschafter aus China mag Altbier

Neusser Schützenfest : Botschafter aus China mag Altbier

Das "alte Bier" schmeckt ihm gut. Chinas Botschafter Shi Mingde verfolgte gestern mit einem Glas in der Hand die große Königsparade. Dabei war ein exquisiter Logenplatz für ihn reserviert.

Er konnte das Geschehen aus einem Fenster der Kanzlei Hüsch am Markt hautnah verfolgen. Eingeladen hatte ihn Hausherr Cornel Hüsch. "Ich bin sehr gern gekommen", sagte der Botschafter, "weil sich gerade im Großraum Düsseldorf/Neuss in den vergangenen Monaten viele chinesische Unternehmen niedergelassen haben." Tendenz steigend.

Vor mehr als hundert Jahren brachten die Deutschen die Braukunst in ihre chinesische Kolonie Qingdao. Von dort aus trat das Bier seinen Siegeszug durch das Reich der Mitte an. Heute ist Tsingtao die sechstgrößte Brauerei der Welt. Daran erinnert Botschafter Shi gestern bei seinem Besuch in Neuss. Er, der gern ein Glas Bier trinkt, wehrte aber einen wertenden Vergleich ab: "Beide Biere sind gut und schmecken mir. Das chinesische Tsingtao und das rheinische Alt."

Botschaft Shi, der gestern von seiner Frau Xu Jinghua begleitet wurde, fand sichtlich Gefallen an den farbenfrohen Aufzügen der Schützen und der Musik. So genehmigte er sich einen "Nachschlag" und mischte sich zum Nachmittagsumzug unter die Zuschauer an der Friedrichstraße.

Am Rande des Schützenfestes kam es auch zu einem privaten Treffen des chinesischen Botschafters mit Christoph Heusgen. Der außenpolitische Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel stammt aus Neuss und marschiert im Schützenlustzug "Nur so" mit.

(NGZ)