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Bürger-Schützen in Neuss: Bernd Herten ist jetzt offiziell Oberst

Bürger-Schützen in Neuss : Bernd Herten ist jetzt offiziell Oberst

Die Mitglieder des Neusser Bürger-Schützen-Vereins haben ihren neuen Regimentsoberst gewählt. Bernd Herten kann damit den bislang formal notwendigen Zusatz „designiert“ streichen.

Der Präsident des Neusser Bürgerschützenvereins von 1823 (NBSV), Martin Flecken, und Bürgermeister Reiner Breuer bildeten die Spitze, als sie zur 199. Generalversammlung des NBSV in die nahezu lückenlos besetzte Stadthalle einzogen. Begleitet wurden sie und das Komitee vom „Neusser Schützenmarsch“, einmal mehr vom Musikverein Holzheim exzellent gespielt. Prompt ließ der Präsident zunächst einmal das Neusser Schützenlied singen, in dessen Refrain ein vielhundertfacher Chor einstimmte.

Nachdem Majore und Hauptleute sowie die Adjutanten zur Marschmusik eingezogen waren und ebenfalls auf der Bühne Platz genommen hatten, kam die Generalversammlung zum Höhepunkt des Abends: Da die Versammlung besser bekannt ist als „Oberstehrenabend“, galt es, zunächst einen neuen Oberst zu wählen. Der vom Komitee einstimmig auserkorene Bernd Herten zog dann noch als Designierter, begleitet vom Tambourkorps Concordia Holzheim und Markus Degen, dem Adjutanten des Grenadierkorps, in den Saal ein. Der nicht enden wollende Jubel signalisierte bereits bei seiner Begrüßung, wie die Wahl ausgehen würde. Bei zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme wurde Bernd Herten anschließend zum Oberst gewählt. Bei der Menge der Wahlberechtigten entspricht dies annähernd 100 Prozent.

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Dabei waren die rund 1000 Schützen, die auf dem Vorplatz der Stadthalle oder im Rosengarten feierten, nicht stimmberechtigt. Weil die Stadthalle nicht allen Platz bieten kann, hatte ein Zug sein Biwak am Eingang des Clemens-Sels-Museums eingerichtet. „Damit alle sehen, dass wir einen neuen Regimentschef haben“, heftete Martin Flecken dem soeben Gewählten die Obristennadel an. „Von der Seele des Zuges bist du nun die Seele des Regiments“, betonte der Präsident.

Bernd Herten (51), Betriebswirt und Metzgermeister, gehört seit 1987 dem Grenadierzug „Nix als Trabbel“ an und „kümmerte sich um 99 Prozent aller Zugbelange“, wie es auf der Homepage des Zuges steht. Der nun nicht mehr „designierte“ Oberst ernannte zunächst Stefan Lülsdorf (35) aus dem Grenadierzug „Op Zack“ zu seinem Adjutanten und erzählte dann, wie es zu seiner Nominierung kam. Nach zwei Tagen Bedenkzeit mit seiner Ehefrau Birgit und den Söhnen Christoph und Philipp, ebenfalls aktive Schützen, sagte er zu, „auch weil die Hilfsbereitschaft und Kameradschaft der Schützen in der Stadtgesellschaft weitaus mehr bedeuten, als nur die vier Tage Schützenfest“. Und weil er nicht singen wollte, hatte er das Regimentsbläser-Korps Neuss-Reuschberg eingeladen. Dieses zog in Vollbesetzung in die Stadthalle ein und vereinigte sich eindrucksvoll mit dem Musikverein Holzheim und dem Tambourkorps zum Marsch „Laridah“ von Max Hempel. Nach diesem beeindruckenden Intermezzo wandte sich Bernd Herten an den NBSV-Schatzmeister Robert Rath: „Keine Angst! Ich weiß: Wer die Musik bestellt, zahlt sie auch.“ Die Schützen forderte er am Ende auf, kräftig zu feiern. „Lasst die Sau raus!“ Da schmunzelte Reiner Breuer: „Das hat schon was, wenn ein Metzgermeister das sagt.“

Präsident Martin Flecken begrüßte die Ehrengäste erst, als der neue Oberst „unter uns saß“. Sein besonderer Gruß galt Schützenkönig Kurt I. Koenemann, der wiederum in den Reihen des Musikvereins Holzheim an der Klarinette spielte, und den neuen Zügen, die seit zwei Jahren auf das Schützenfest warten. Direkt angesprochen fühlte sich Tobias Kühn (18) vom Schützenlustzug „R(h)eine Lust“. Seit zweieinhalb Jahren wartet sein Zug darauf, endlich den „Maat erop und eraff“ zu laufen.