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Neuss: Bürger eröffnen die Masterplan-Diskussion

Neuss : Bürger eröffnen die Masterplan-Diskussion

Dieter Blase (65) ist ein mutiger Mann. Er benennt Prioritäten. Der Projektleiter, der mit seinem Team den Masterplan "Neuss an den Rhein" erarbeitet hat, sagt, was Neusser Politiker und Planer als Erstes anpacken sollten, wenn sie ihre Stadt zukunftsfähig machen wollen: Ausbau der Achse Düsseldorfer-, Rheintorstraße, Batteriestraße und Europadamm zu einem Boulevard, der sich als Fuß- und Radweg bis zum Sporthafen fortsetzt.

Als ebenso wichtig sieht es der Masterplaner an, den Büropark Hammfeld I zu revitalisieren, ihn durch Infrastrukturangebote (Hotel, Gastronomie, Kindergarten, Wohnen) zu einem "multifunktionales Stadtquartier" zu entwickeln.

Diese Prioritäten nannte Blase gestern Abend öffentlich in einer Bürgerversammlung. Rund 80 Neusser waren in den Ratssaal geeilt, um den Entwurf zum Masterplan erläutert zu bekommen und ihn zu diskutieren. Bereits nach den ersten Wortmeldungen wurde ein altbekannter Konflikt deutlich: Vertreter der im Hafen ansässigen Unternehmen sorgen sich um die Zukunft ihrer Betriebe. "Wir benötigen einen Abstand von 500 Metern zur Wohnbebauung, aber auch zu so genannten Mischgebieten", sagte Jürgen Plange von der Plange-Mühle an der Hansastraße. Er wies besondere auch auf die Emissionen hin, die durch Nachtarbeit in den Industrieanlagen entstehen.

Damit ist die Diskussion eröffnet. Sie ist von den Masterplan-Machern auch gewollt. "Wir haben kein Werk erstellt, das statisch ist", sagte Blase, "sondern wir haben ein Instrument entwickelt, das einen Prozess beschreibt, der vom Dialog aller Beteiligten lebt."

(NGZ/rl)