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Bücherhaus am Münster Neuss: Bücher werden telefonisch geordert

Bücherhaus am Münster Neuss : Bücher werden telefonisch geordert

Das Bücherhaus am Münster nimmt telefonisch Bestellungen entgegen.

Dorothea Gravemann hat geschlossen. Wie viele Einzelhändler in Neuss hat auch sie in der Coranakrise ihr Bücherhaus am Münster dichtmachen müssen. Zumindest für Kunden. Denn Dorothea Gravemann, ihr Mann Klaus sowie eine Mitarbeiterin arbeiten weiter. Gemeinsam bearbeiten sie die Lieferungen der Großhändler, zählen nach und setzen damit darauf, eines Tages wieder öffnen zu können und dann sogleich die bestellten Bücher herauszugeben. 

„Und wir können telefonieren“, sagt sie und erzählt von Kunden, die anrufen, um erstens zu erfahren, ob das Bücherhaus geschlossen ist, und dann zweitens zu hören, dass Gravemann dennoch Bestellungen annimmt und Bücher auch liefern lässt. „Durch meinen Mann zum Beispiel“, sagt sie lachend, „Aber ohne dass er in Kontakt mit den Kunden gerät.“ Das reiche hin bis zur Lieferungen von geschenkten Büchern: „Das hat es aber schon immer gegeben“, sagt sie einschränkend.

Das Stöbern in den Regalen, die sinnliche Erfahrung, ein Buch in der Hand zu halten, das Lesen des Klappentextes – all das kann sie ihren Kunden per Telefon nicht bieten. „Aber wir beraten trotzdem“, sagt sie, „gehen mit dem Hörer in der Hand zum Beispiel zum Krimi-Regal und lesen vor, was wir da haben.“ Gleichwohl sagt auch sie: „Wer weiß, was er will, hat es natürlich einfacher.“

Das Dreierteam erledigt im Bücherhaus jene Arbeiten, für die ansonsten die Zeit kaum reicht. „Putzen, aufräumen – wir können endlich aufarbeiten, was sonst liegenblieben muss“, sagt sie. Dass sie die Schließung ihres Bücherhaus noch recht gelassen sieht, hängt auch mit der Erkenntnis zusammen, dass das finanzielle Standbein ziemlich stabil ist. „Wir sind in der selten glückliche Lage, ein zweites Standbein zu haben“, meint sie und verweist auf die große (Fach-)Zeitschriftenabteilung, aus der heraus Rechtsanwälte und Co. immer noch beliefert werden. Allerdings weiß sie auch genau, dass es „viele in der Branche schwer haben werden“.

(hbm)