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Neuss: Brüder nach Laser-Attacke erneut vor Gericht

Neuss : Brüder nach Laser-Attacke erneut vor Gericht

In einer Julinacht 2010 war mit einem Laserpointer auf Piloten eines Linienflugzeuges im Landeanflug auf Düsseldorf und eines Polizeihubschraubers gezielt worden. Als Leuchtquelle wurde das Haus einer Familie ausgemacht. Zwei Brüder (32/22) waren vom Amtsgericht Neuss freigesprochen worden, doch die Staatsanwaltschaft akzeptiert das Urteil nicht. Darum müssen sich die Brüder seit gestern vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten.

Niemand kann gezwungen werden, gegen enge Angehörige auszusagen. Dieser Grundsatz stellt jetzt aber ein Problem dar. Beide Brüder verweigerten wieder jede Aussage. Der ältere gab lediglich zu, den Laserpointer für die Haustiere gekauft zu haben. Sein Anwalt betonte: "Keiner der Angeklagten ist auch nur ansatzweise auf die Idee gekommen, dass dieser Laserpointer in der Lage sein könnte, einen Flugzeugführer zu blenden!"

So weit war es in der Julinacht 2010 aber nicht mal gekommen. Denn letztlich geblendet wurden die Piloten nicht. Nur als versuchten gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr wertet die Anklage die Aktion. Gestützt wird der Vorwurf auf den Film einer Wärmebildkamera vom Polizeihubschrauber. Dort sind aber lediglich zwei Personen nahe dem Haus zu sehen, dann das Haus, in dem beide verschwinden. Und zuletzt zwei Personen auf dem Balkon jener Wohnung, in der die Angeklagten ertappt wurden.

Einer soll gesagt haben: "Da haben wir Scheiße gebaut!" Aber wer mit diesem "wir" gemeint war, ist offen. Das Amtsgericht wollte diesen Prozess nach Durchsicht der Akten wegen der unklaren Beweislage gar nicht erst beginnen, war aber von der Staatsanwaltschaft und dem Landgericht dazu verdonnert worden — und hatte die Brüder "im Zweifelsfall" freigesprochen. Zumal nicht mal geklärt sei, ob andere Familienmitglieder den Laserpointer bedient haben könnten. Das Landgericht hört als Zeugen nun alle Piloten und Polizisten, die mit dem Fall zu tun hatten.

(NGZ/ac)