Rhein-Kreis Neuss: Breiter Konsens für Erdkabel angestrebt

Rhein-Kreis Neuss: Breiter Konsens für Erdkabel angestrebt

Die CDU im Kreistag hat in der Frage des Netzausbaus der Höchstspannungsleitungen bislang eine eher abwartende Haltung eingenommen. Die kommt jetzt unter Druck, denn der Koalitionspartner FDP spricht laut den Wunsch aus, dass sich der Kreistag deutlich für einen Leitungsneubau in Form von Erdkabeln ausspricht.

Zumindest in den Gegenden des Kreises, wo diese Stromtrassen in einem ungenügenden Abstand zur Wohnbebauung verlaufen würden. "Wir brauchen im Kreis im breiten Konsens gefundene Lösungen, die Gesundheit und Eigentum der Kreis-Bürger achten", betont der FDP-Fraktionsvorsitzende Bijan Djir-Sarai, für den die Zeit der Reden vorbei ist. "Jetzt wird es vor Ort konkret", sagt er. Und man müsse die Frage stellen, was es bedeutet, wenn Energiewende umgesetzt wird.

Die FDP-Kreistagsfraktion kann sicher sein, mit dieser Positionierung die CDU-FDP-Koalition in der Stadt Neuss an ihrer Seite zu haben. Die beschäftigt sich morgen im Hauptausschuss mit dem Planfeststellungsverfahren für die Freileitung, die zwischen Osterath und Gohr auf gut 30 Kilometer Länge den Kreis tangiert. Zu diesem Vorhaben muss die Stadt bis Ende Juli eine Stellungnahme erarbeiten und der Bezirksregierung Düsseldorf zuleiten. Dort wird über den Bauantrag der RWE-Tochter Amprion entschieden.

Zu den Befürwortern einer Erdkabellösung, die die gesundheitlichen Risiken minimieren würde, zählt auch die Fraktion UWG/Die Aktive im Kreistag. Deren Vorsitzender Carsten Thiel wird heute im Kreisausschuss den Antrag stellen, dass der Kreis gegebenenfalls Einspruch gegen die Planung einlegt.

(NGZ/rl)
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