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Plötzliche Wende: Brata bleibt in Weckhoven

Plötzliche Wende : Brata bleibt in Weckhoven

Die Paniermehlfabrik Brata bleibt mit ihrer gesamten Produktion in Weckhoven. Dies bestätigte Brata-Geschäftsführer Michael Wiesner am Dienstag Abend gegenüber der NGZ: "Wir bleiben. Wir haben in Bedburg abgesagt." Ursprünglich wollte das Familienunternehmen in Bedburg 20 Millionen Euro investieren und eine dritte Produktionsstrecke errichten, weil alle Erweiterungspläne am heimischen Standort an der Erft für gescheitert angesehen wurden.

Jetzt die plötzliche Wende. Im Wirtschaftsausschuss am Dienstag hatte Wirtschaftsdezernent Frank Gensler noch geheimnisvoll getan: "Es gibt neue Bewegung bei Brata. Die Firma hat sich außerhalb noch nicht vertraglich gebunden und ich bin zuversichtlich, bald eine für Neuss erfreuliche Mitteilung machen zu können." Die Wirklichkeit war dabei schon viel härter. Nach Aussage von Wiesner habe es in den vergangenen Tagen und Wochen positive Gespräche mit Stadt und Rhein-Kreis gegeben. Vor allem Landrat Dieter Patt (Wiesner: "Er war der wichtigste Mann") habe sich stark eingebracht.

Offenbar wirkte der Landrat auf den Landschaftsbeirat ein, um die unüberwindbar scheinende Hürde des Landschaftsschutzes doch nehmen zu können. Weil die aktuelle Verkehrsanbindung über den schmalen Burgweg problematisch ist, wollte das Unternehmen - weltweit die Nummer zwei in Sachen Paniermehl - auf eigene Kosten eine neue Verbindungsstraße zur B 477, einschließlich Kreisverkehr, bezahlen. Kostenpunkt: 2,3 Millionen Euro. Alle Pläne liegen fertig in der Schublade.

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Aber die Straße sollte nur kommen, wenn eine Betriebserweiterung möglich ist. Die Verkehrserschließung ist bislang aus ökologischen Gründen gescheitert, weil Landschaftsbeirat und Bezirksregierung beide Varianten ablehnten. "Jetzt wird wohl eine der beide Strecken, entlang des Millischgrabens in Reuschenberg, oder entlang der Erft kommen. Uns ist egal, welche", so Wiesner. Ab Herbst/Winter könnte der Bau der neuen Produktionshalle beginnen, in dem 30 Mitarbeiter einen neuen Arbeitsplatz finden sollen. Der Straßenbau könnte Anfang 2006 starten. (schum)

(NGZ)