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Botanischer Garten in Neuss: Wo es auch im Winter grünt und blüht

Botanischer Garten in Neuss : Wo es auch im Winter grünt und blüht

Gerade in der kalten Jahreszeit eignet sich der Botanische Garten für einen Spaziergang. Statt Wintergrau und kahlen Bäumen erwarten die Besucher dort satte Farben. Ein Besuch.

Die Chinesische Winterblüte hält, was sie verspricht. Zarte gelbe Blütenblätter sprießen an den Zweigen des Strauchs. Und wer genauer hinsieht, erkennt, dass sie im Inneren purpurrot leuchten. Zu sehen ist das nur in den Wintermonaten, denn die Hauptblütezeit des Gewächs liegt zwischen Weihnachten und März. Wer sich den Blüten nähert, soll sogar einen Vanilleduft an ihnen wahrnehmen können.

Die Chinesische Winterblüte ist aber nicht die einzige Pflanze, die im Botanischen Garten für Farbe im tristen Wintergrau sorgt. Während ansonsten überwiegend kahle Bäume das Straßenbild bestimmen, bietet der Garten eine farbenprächtige Abwechslung: Da wären etwa die besonderen Baumarten wie etwa die chilenische Araucarie, die ihre Nadeln noch trägt oder auch der Gelbholz-Hartriegel, der seinem Namen alle Ehre macht und einen gelben Akzent in den Wintertag setzt. „Ein Besuch lohnt sich zu jeder Jahreszeit, hier ist es immer grün“, sagt auch Irene Fleisch-Fechter, die die zweite Vorsitzende der Freunde und Förderer des Botanischen Garten ist. „Wer genau hinsieht, wird an einigen Bäumchen lilafarbene Früchte entdecken“, erzählt sie und fügt hinzu: „Die sind nur im Winter zu sehen.“

 Wer sich genau umsieht, kann sogar schon die ein oder andere Blüte an den Bäumen und Sträuchern entdecken.
Wer sich genau umsieht, kann sogar schon die ein oder andere Blüte an den Bäumen und Sträuchern entdecken. Foto: Natalie Urbig
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Aber nicht nur wer Farbe tanken will, ist im Botanischen Garten richtig. Darüber hinaus laden die Palmen dazu ein, die trüben Monate gedanklich zu verlassen und sich an heiße Sommertage zu erinnern. Richtig aufwärmen können Besucher sich dann im Tropenhaus: Dort wächst nicht nur der Pfeffer, sondern auch Vanille und eine riesige Bananenstaude.

Wer das Haus wieder verlässt, wird von eifrigem Vogelgezwitscher empfangen. Denn in den beiden Volieren ist das ganze Jahr über etwas los. Und während Grünfinke, Kananierenvögel, Wellensittiche und Zwergwachteln in dem einen Gehege um die Wette fliegen, lässt ihr Gesang schon an den nahenden Frühling denken. Direkt gegenüber können verschiedene Sittiche beobachtet werden. „Besonders bei Kindern sind die Volieren beliebt, da spielt die Jahreszeit keine Rolle“, erzählt Irene Fleisch-Fechter.

Aber auch bei den Erwachsenen kommen die Tiere gut an. So etwa bei Astrid Schwieger, die den Botanischen Garten auf ihrem Weg zum Einkaufen passiert. „Mir gefällt der Garten sehr gut. Es ist interessant, die verschiedenen Pflanzen anzusehen, im Sommer sowieso. Aber im Winter hat er auch seinen Reiz, es ist dann etwas leerer“, sagt sie. Manchmal, so erzählt sie weiter, ziehe sie sich sogar extra etwas Wärmer an, um sich auch in der kalten Jahreszeit auf eine der Bänke setzen zu können. Doch heute hat sie andere Pläne, sie verlässt den Park in Richtung Bergheimer Straße.

Wer den Rundgang weiter geht, entdeckt immer wieder einzelne Pflanzen, die schon blühen. Neben der Papierbirke schimmert es an einem Strauch in schönstem Frühlingsrosa. „Noch interessanter wird es im Februar“, sagt die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, „dann strecken auch die ersten Krokusse und Schneeglöckchen ihre Köpfe hervor.“ Es tut sich also einiges im Botanischen Garten – vom Winterschlaf fehlt auf dem einen Hektar großen Gelände jede Spur.