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Neuss: Bombe legt den Hafen lahm

Neuss : Bombe legt den Hafen lahm

Ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg wird heute Vormittag an der Duisburger Straße entschärft. 140 Betriebe sind deshalb für Stunden von der Außenwelt abgeschnitten. Stadt rechnet mit Verkehrsbehinderungen.

Eine zehn Zentner schwere amerikanische Fliegerbombe wird heute Vormittag das geschäftige Treiben im Neusser Hafen weitgehend lahmlegen. 75 Bewohner und einige hundert Mitarbeiter müssen den engeren Gefahrenbereich um den Fundort der Bombe an der Duisburger Straße verlassen, wenn das brisante Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg von Experten des Kampfmittelräumdienstes entschärft wird. Noch gravierender aber dürfte sein, dass rund 140 Betriebe im Hafen ab 7 und voraussichtlich bis 11 Uhr nicht angefahren werden können.

Die Bombe war aufgrund ihres Gewichtes fast fünf Meter tief ins Erdreich gedrungen

Weil alle Lastwagen nach Auskunft der Hafenbetriebe von Polizeibeamten schon ab der Autobahnabfahrt gestoppt und ihre Fahrer nach dem Ziel gefragt werden müssen, rechnet die Stadt mit erheblichen Verkehrsbehinderungen und einem Rückstau bis auf die Kardinal-Frings-Brücke, berichtet Pressesprecher Peter Fischer. Die Zufahrten zum Hafen von der Hammer Landstraße aus wie auch von der Königsberger Straße aus wird schon ab 7 Uhr gesperrt. Betroffen sind damit Hansastraße, Floßfafenstraße, Danziger, Stettiner, Memeler und natürlich die Duisburger Straße, der Fundort.

Während die Lastwagen mit Ziel Hafen zum TÜV-Gelände am Derendorfweg dirigiert werden, stauen sich die Binnenschiffe vor der Zufahrt zum Hafenbecken IV. Dort riegelt die Wasserschutzpolizei den Wasserweg in Höhe der Eisenbahn-Hubbrücke ab, erklärt Hafensprecher Thomas Düttchen.

Im Zentrum der Sperrzone liegt die Firma Rosenberger, ein auf den Zuschnitt von und den Handel mit Stahlblechen spezialisiertes Unternehmen. Das will die Produktionsflächen um ein 10 000 Quadratmeter großes Außenlager erweitern, erklärt Geschäftsführer Klaus Ramjoué, und hat dazu eine Fläche angemietet, wo bislang die zum Stinnes-Konzern gehörende Firma Rohrunion ein Rohrlager unterhielt. Vor der Herrichtung des Grundstückes, auf dem ein computergesteuerter Schwerlastkran mit einer Hebeleistung von 50 Tonnen demnächst Dienst tun soll, wurden Luftbildaufnahmen aus amerikanischen Militärarchiven untersucht. Der Verdacht, dass dort noch ein Blindgänger liegen könnte, bestätigte sich bei Sondierungsbohrungen. Allerdings musste der Bagger tief graben, bevor er die Bombe fand. Sie war aufgrund ihres Gewichtes fast fünf Meter tief ins Erdreich gedrungen.

Bei der Firma Rosenberger wird heute ab 6 und bis 8 Uhr gearbeitet. Nur das Büro kommt später. Die Idee, während der Entschärfung gemeinsam zu grillen, musste verworfen werden. Das sei kein "luftschutzmäßiges Verhalten".

(NGZ/top)