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Blumenhändler hoffen auf ein starkes Muttertagsgeschäft

Blumenhandel in Neuss : Händler hoffen auf ein starkes Muttertagsgeschäft

Zwischen Hoffen und Bangen pendelt das Stimmungsbarometer der Blumenhändler in diesen Tagen vor dem Muttertag. „Unsere Dachverbände und auch Fleurop sagen ein gutes Geschäft voraus“, sagt Simone Bunse (50) vom Familienbetrieb an der Erftstraße, „wir bereiten uns auf große Nachfrage vor.“

Auf „massiven Zulauf“ richtet sich auch Mirjam Selders (44) von der Friedhofsgärtnerei an der Rheydter Straße ein. „Ostern war schon gut“, sagt sie, „aber wie der Muttertag wird, wissen wir noch nicht genau.“ Jedenfalls werde sie ausreichend Ware ordern. Zurückhaltend äußert sich auch Gregor Schlangen (62) von der Gärtnerei Küsters-Schlangen nahe dem Friedhof am Glehner Weg: „Alle reden das Bombengeschäft herbei, aber für eine realistische Einschätzung ist es noch zu früh.“ Erst die nächsten Tage und vor allem die Frequenz am Sonntag, am Muttertag selbst, werde über Erfolg und Fehlschlag entscheiden.

Der Muttertag beschert dem Blumenhandel traditionell gute Umsätze. Da öffnen auch Läden, die ansonsten übers Jahr an Sonntagen geschlossen bleiben. Dazu zählen Bunse sowie Küsters-Schlangen, während Selders auch immer sonntags für seine Kunden da ist. Da in diesem Jahr die Mütter nicht ins Restaurant zum Essen ausgeführt werden können, erwarten die Marktbeobachter einen Run auf die Blumenhändler. Die werden ihre Sträuße nicht nur im Geschäft für die Kunden binden, sondern vielfach auch ausliefern.

Mag der Einzelhandel über ausbleibende Umsätze während der Corona-Krise klagen, die Blumen-Branche scheint gegen den allgemeinen Trend Geld zu verdienen. „Wir kommen ganz gut zu recht“, sagt Mirjam Selders, „bei uns war und ist Kurzarbeit kein Thema.“ Das Betreiber-Paar Marion (59) und Gregor Schlangen hatte aus Vorsicht in den ersten Wochen der Pandemie geschlossen. Doch der Neustart am 24. April hat sich auf alle Fälle gelohnt. „Es ist super angelaufen. Die Menschen machen es sich zu Hause schön und dazu gehören offenbar auch Blumen.“ Etwas sorgenvoller zieht Simone Bunse eine Zwischenbilanz: „Uns fehlen Veranstaltungen wie die Erstkommunion oder das Firmengeschäft.“

Hedwig Schmitz (61) führt mit ihrem Mann Gerd das gleichnamige Pflanzen-Center an der L 381 gegenüber der Braunsmühle nahe Büttgen. Obwohl das klassische Schnittblumen-Geschäft bei ihnen nur eine Nebenrolle spielt, „ist es bei uns in der Muttertagswoche und am Muttertag selbst immer voll.“ Der Trend habe sich in diesen Tagen der Corona-Krise eher noch verstärkt: „Die Pandemie motiviert die Menschen, aus ihrem Garten ein kleines Paradies zu machen.“ So seien auch Gemüsepflanzen, Kräuter und vor allem Blumenerde gefragt. „Blumen und Pflanzen machen gute Laune“, sagt Hedwig Schmitz, „darum werden sie gerade auch am Muttertag so gern verschenkt.“

Wie das Blumen-Geschäft letztlich zum Muttertag 2020 laufen wird, ist noch nicht bekannt. Bekannt ist aber, dass Blumen in den Farben Rosa und Apricot im Trend liegen. Schöne Farbtöne und elegante Blüten sind Balsam für die Seele in der Krise – nicht nur für Mütter. Mirjam Selders drückt es so aus: „Blumen werden von den Menschen jetzt spürbar stärker wertgeschätzt.“

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