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Neuss: Blitzer-Standorte gesucht

Neuss : Blitzer-Standorte gesucht

Die Kreispolizei fragt die Neusser, wo sie beim 24-stündigen Blitz-Marathon am 3. Juli mobile Radarfallen aufstellen soll. Beamte werden dazu am Dienstag zehn Stunden lang am Telefon Vorschläge entgegennehmen.

Vor dem "Blitzmarathon" der Polizei kommt erstmal der Dauereinsatz der Beamten am Telefon. Am Dienstag, 3. Juli, wird landesweit geblitzt. Auch in Neuss wollen die Polizei, der Kreis und die Stadt in einer groß angelegten Aktion mit Radargeräten Präsenz zeigen. Wo sich die Beamten postieren, hängt nicht zuletzt von den Vorschlägen der Bürger ab. "Die kennen ihr Umfeld und wissen im Zweifel am Besten, wo zu schnell gefahren wird", erklärt Polizeisprecher Hans-Willi Arnold die Aktion.

Um Anregungen aufzunehmen, setzt die Kreispolizei morgen Beamte zehn Stunden lang ans Telefon (8 bis 18 Uhr, Tel. 02131/30022222). Ab sofort und bis Mittwochmorgen, 6 Uhr, können Bürger den Ordnungshütern auch entsprechende E-Mails schicken. Adresse: blitzmarathon.rhein-kreis-neuss @polizei.nrw.de.

Der Blitz-Marathon markiert landesweit eine veränderte Strategie der Polizei. Sie will vor allem die folgenschweren Unfälle reduzieren — und für die ist "Rasen" eine der Hauptursachen. Im Vorjahr hatte es auch dadurch einen Anstieg der Verkehrstoten um 15 Prozent gegeben. Im Kreisgebiet verloren 13 Menschen ihr Leben — zwei davon im Neusser Stadtgebiet: Auf der Lanzerather Straße, wo am 16. März zwei Autos frontal zusammenstießen; auf der Stresemannallee, wo ein Motorradfahrer am 29. Mai zu Tode kam. Immer war nicht angemessene Geschwindigkeit im Spiel.

Dass die Polizei auf die richtige Karte setzt, davon zeigt sich auch Innenminister Ralf Jäger überzeugt. Indiz: In den ersten fünf Monaten zählte die Landespolizei 13 Prozent weniger Unfalltote als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

"Die meisten Autofahrer waren an diesem Tag verantwortungsbewusster unterwegs. Es wurde nur halb so viel gerast wie an anderen Tagen", bilanziert Polizeisprecher Arnold die Beobachtungen der Polizei beim ersten "Marathon" im Februar. Im Kreis nahm sie 17292 Verkehrsteilnehmer ins Visier — 395 waren zu schnell.

Ertappte Raser werden auch einen finanziellen Denkzettel bekommen: Allein die Stadt, so Franz Kolbecher vom Amt für Verkehrslenkung, nimmt mit ihren beiden Radarwagen jährlich fast 700 000 Euro ein. Der Kreis, der auch an Römerstraße, Bergheimer Straße und Konrad-Adenauer-Ring auch drei "Starenkästen" unterhält, ist seinerseits mit Radarwagen unterwegs. Auch die Polizei misst, erst Recht am 3. Juli. "Man muss überall mit uns rechnen", sagt Kolbecher.

90 definierte Messstellen in "schutzwürdigen Zonen" und an Unfallschwerpunkten darf die Stadt anfahren, die Polizei ist da flexibler. "Wir messen auch dort, wo zu schnell gefahren wird, bevor ein Unfallschwerpunkt entsteht", sagt Arnold — und bittet im Namen der Polizei um Vorschläge.

(NGZ/url)