Tödlicher Unfall in Stuttgart: Opfer saßen in Fahrzeug mit Neusser Kennzeichen

Tödlicher Unfall in Stuttgart : Verunglückte saßen in Fahrzeug mit Kennzeichen aus Neuss

Bei einem Verkehrsunfall in Stuttgart sind ein Mann (25) und eine Frau (22) ums Leben gekommen. Die Opfer starben in einem Kleinwagen mit Neusser Kennzeichen. Der Unfallverursacher fuhr einen 550-PS-Sportwagen. Er ist in Haft.

Es sind schreckliche Bilder, die sich den Rettungskräften am Mittwochabend auf der Rosensteinstraße in Stuttgart bieten. Ein Sportwagen war dort gegen 23.35 Uhr in einen Citroen-Kleinwagen mit Neusser Kennzeichen gekracht. Für den 25 Jahre alten Fahrer des Kleinwagens und seine Beifahrerin (22) kam jede Hilfe zu spät. Wie die Polizei in Stuttgart mitteilt, konnten beide von den Rettungskräften nur noch tot aus dem Fahrzeug geborgen werden. Die Bilder der zerstörten Autos gingen am Donnerstag durch die Nachrichtensendungen. Die Polizei in Stuttgart wandte sich an ihre Kollegen im Rhein-Kreis Neuss, wie Polizeisprecherin Diane Drawe auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt. „Im Zusammenhang mit dem Unfall haben wir eine Familie im Rhein-Kreis am Donnerstag über den Tod von Angehörigen informiert“, erklärt sie. Wie die „Stuttgarter Nachrichten“ berichten, sollen der 25-jährige Mann und die 22-jährige Frau vor Kurzem von Neuss nach Stuttgart gezogen sein.

Der Unfall ereignete sich offenbar, als die Insassen mit ihrem Kleinwagen von einem Parkplatz auf eine Straße einfahren wollten. Ein 20 Jahre alter Autofahrer war zur gleichen Zeit mit einem gemieteten Jaguar in dem Bereich unterwegs. Laut Polizeibericht verlor er mutmaßlich wegen überhöhter Geschwindigkeit die Kontrolle über den Sportwagen, geriet ins Schleudern, rutschte nach links über die Gegenfahrbahn und einen Grünstreifen und prallte schließlich in die rechte Seite des Kleinwagens. Dieser wurde durch die Wucht des Aufpralls zunächst gegen einen Baum und anschließend in das Außenmobiliar und die Scheiben eines Cafés geschleudert. Das Café war zum Unfallzeitpunkt noch geöffnet, die Gäste und Mitarbeiter blieben unverletzt.

Der 25 Jahre alte Fahrer des Kleinwagens und seine 22 Jahre alte Beifahrerin erlitten allerdings tödliche Verletzungen. Sie starben noch am Unfallort. Der 20 Jahre alte Unfallverursacher und sein Beifahrer (18) blieben unverletzt. Ein Polizeisprecher in Stuttgart betonte mit Blick auf möglicherweise überhöhtes Tempo des 20 Jahre alten Fahrers in seinem 550 PS-starken Mietwagen: „Es gibt einen Anfangsverdacht, der geprüft wird.“ Ersten Polizeierkenntnissen zufolge stand der Mann nicht unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen.

Die Ermittler werfen dem Unfallverursacher fahrlässige Tötung vor. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hatte daher einen Haftbefehl beantragt. Das erklärte Heiner Römhild, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Am Donnerstagnachmittag wurde der 20 Jahre alte Unfallfahrer einem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ den Haftbefehl und setzte ihn in Vollzug. Die Ermittlungen sollen nun klären, ob der 20-Jährige den Tod anderer Verkehrsteilnehmer billigend in Kauf genommen hat.

Ob der Unfallverursacher in dem Jaguar zu schnell unterwegs war, soll nun ein Gutachter prüfen. Zudem werde ermittelt, ob der 20-Jährige zur sogenannten Poser-Szene gehöre. So bezeichnen Behörden Autofahrer, die mit aufheulenden Motoren an belebten Plätzen vorbeifahren, um mit ihren aufgemotzten Wagen zu protzen

(abu)
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