Schleuserkriminalität: Polizei untersucht Objekt in Neuss

Bande zerschlagen : Schleuserkriminalität: Polizei untersucht Objekt in Neuss

(jasi) Mit einem Großaufgebot von Einsatzkräften hat die Bundespolizei am Dienstag nach Ermittlungen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Köln in den Morgenstunden zwei Schleuser-Gruppierungen zerschlagen.

Die Verdächtigen sollen schwerpunktmäßig in Köln agiert haben.

Bei dem Einsatz waren mehr als 300 Beamte bei Durchsuchungen in über 30 Wohn- und Geschäftsräumen aktiv. Auch ein Objekt in Neuss wurde durchsucht. Es befindet sich nach Angaben eines Sprechers der Bundespolizei im Osten der Stadt. Darüber hinaus fanden Durchsuchungen in Köln, Bonn, Duisburg und Barsinghausen (bei Hannover) statt. Die beiden 40- und 49-jährigen irakischen Hauptbeschuldigten wurden in Köln verhaftet und bereits dem Haftrichter vorgeführt.

Insgesamt 33 Tatverdächtige waren im Lauf der Ermittlungen ins Visier der Fahnder geraten. Dabei handelt es sich um iranische, irakische, deutsche, polnische, italienische und ivorische Beschuldigte, die im Verdacht stehen, mittels Mietfahrzeugen in Konvoi-Fahrten iranische und irakische Verdächtige von und nach Deutschland geschleust zu haben. Auch schwere Steuerhinterziehung, gewerbs- und bandenmäßige Urkundenfälschung, gewerbs- und bandenmäßige Verleitung zu missbräuchlicher Asylantragstellung sowie gewerbs- und bandenmäßige Visa-Erschleichung sollen auf das Konto der Gruppierungen gehen.

Bei den Einsatzmaßnahmen wurde bis zum Dienstagmittag neben den vollstreckten Haftbefehlen umfangreiches Beweismaterial wie 50 Mobiltelefone, ein Laptop, Personaldokumente sowie Mietverträge von Fahrzeugen sichergestellt. Zudem wurden 13.000 Euro beschlagnahmt. Ob in Neuss etwas beschlagnahmt wurde beziehungsweise welche Erkenntnisse die Ermittler in der Quirinusstadt sammelten, soll laut eines Polizeisprechers in den kommenden Tagen ausgewertet werden.

Bereits im Jahr 2017 fiel der Stadtname Neuss im Zusammenhang mit Schleuserkriminalität. Im Februar waren laut „Bundeslagebild Schleusungskriminalität“ des Bundeskriminalamtes acht Menschen in einem Überseecontainer auf dem Güterbahnhof entdeckt worden. Sie befanden sich zwischen Plastikflaschen. Die Personen hatten laut BKA berichtet, mehrere Tage in dem Container eingeschlossen gewesen zu sein. In ihrer Not hatten die Migranten in die obere Wand Luftlöcher gebohrt und im unteren Bereich Löcher zur Verrichtung ihrer Notdurft. Dass dieser Fall und die Einsätze am Dienstag in einem Zusammenhang stehen, konnte bislang allerdings nicht bestätigt werden. Die Ermittlungen dauern an.

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