1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss
  4. Blaulicht

Neuss: Verkeilte Schutztür verschlimmerte Brandfolgen

Nach Kellerbrand in Neuss : Verkeilte Schutztür verschlimmerte Brandfolgen

Es war Glück im Unglück. Zu dieser Feststellung kommen die Verantwortlichen der Gemeinnützigen Wohnungs-Genossenschaft (GWG), die sich noch einmal mit dem Kellerbrand in einem Mehrfamilienhaus an der Kolpingstraße beschäftigen mussten.

Dort mussten Anfang Mai sechs Menschen von der Feuerwehr über eine Drehleiter gerettet werden, weil der Brandrauch, der aus dem Keller ins Treppenhaus gequollen kam, eine Flucht auf diesem Wege unmöglich gemacht hatte. Der giftige Qualm, so heißt es jetzt in einem Schreiben der GWG an die Mieter, „hätte eigentlich aufgrund der installierten Brandschutztür nicht auf das Treppenhaus übergehen dürfen“. Doch die Tür stand offen. Und das nicht nur vorübergehend – sie war regelrecht verkeilt.

Bei dem Kellerbrand Anfang Mai waren die Geretteten mit dem Schrecken davon gekommen. Eine ärztliche Behandlung war nicht erforderlich. Vielleicht war das auch dem Umstand zu verdanken, dass der Brand vormittags um kurz vor zehn Uhr festgestellt wurde, also niemand im Bett überrascht werden konnte. So kommt auch die GWG zu dem Schluss, dass die Rauchschwaden erkannt worden seien, bevor die Bewohner ernste gesundheitliche Schäden davontragen konnten.

Dennoch war mehr passiert, als hätte geschehen müssen. „Sachschaden war entstanden und musste aufwändig behoben werden“, schreibt die GWG. Deshalb war das Haus längere Zeit unbewohnbar.

Für das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung NRW gibt es in diesem Fall keine Grauzone. Brandschutztüren, so die unmissverständliche Ansage, dürfen grundsätzlich nicht verkeilt werden. Sie dienen nämlich der Abtrennung von Brandabschnitten und schaffen sichere Zonen.