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Neuss: Polizei ermittelt wegen Trunkenheit gegen Busfahrer

Nach Anruf einer Mutter : Polizei stoppt angetrunkenen Busfahrer in Neuss

Weil sich eines ihrer Kinder auf der Busfahrt leicht verletzt hatte, alarmierte die Mutter die Polizei. Die stellten fest, dass der 62-jährige Fahrer stark alkoholisiert war.

Die Bahntochter Busverkehr Rheinland (BVR) schließt den Einsatz eines 62-jährigen Busfahrers, der am Samstag von der Polizei angetrunken hinter dem Steuer eines Wagens der Linie 874 weggeholt worden war, für alle Zukunft aus. „Alkohol im Dienst ist ein No-Go und unverantwortlich“, sagt Unternehmenssprecher Dirk Pohlmann. Ob und welche dienstrechtlichen Konsequenzen die Fahrt für den 62-Jährigen haben wird, weiß er nicht. Das sei Sache des Subunternehmens, bei dem der Mann angestellt ist und die die Linie im Auftrag der BVR betreibt.

Der Busfahrer muss sich aber nicht nur gegenüber seinem Arbeitgeber verantworten, sondern auch gegenüber der Polizei. Die ermittelt gegen ihn nicht nur wegen Trunkenheit am Steuer, sondern auch wegen Unfallflucht. Denn der Fahrer hatte nach ersten Erkenntnissen so heftig gebremst, dass dabei zumindest ein Kind im Bus leicht verletzt wurde.

Das passierte gegen 14.30 Uhr am Samstag. Die Mutter des Kindes hatte gleich den Verdacht, dass es sich nicht „nur“ um ein etwas unsanftes Bremsmanöver gehandelt haben könnte und stellte den Fahrer zur Rede. Doch der, so die Polizei, setzte die Fahrt fort.

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Die Mutter stieg mit ihren Kindern an der nächsten Haltestelle – „Meertal“ – aus und informierte die Polizei. Die ermittelte anhand der Fahrstrecke den Bus. Als ein Streifenwagen das Fahrzeug erreichte, stand dieses an der Haltestelle „Stadthalle“, allerdings mitten auf der Straße. Der Fahrer war stark alkoholisiert, wie ein Test bestätigt. Eine Blutprobe wurde angeordnet, der Führerschein sichergestellt. Nun prüft die Polizei auch, ob man den Mann überhaupt noch einmal ans Steuer eines Wagens lassen kann.

Die Businsassen mussten eine Weile warten, bis ein Ersatzfahrer vor Ort war, sagt Pohlmann. Alle Fahrer, merkt er noch an, würden häufig kontrolliert, zum Beispiel mit Begleitfahrten. Das aber sei natürlich nur stichpunktartig möglich.

(NGZ)