Neuss: Mann betrügt Seniorin mit angeblicher Pflegeversicherung

Trickdiebe in Neuss unterwegs : Angeblicher Arzt raubt 80-jährige Seniorin aus

Die Trickdiebe in der Region haben sich eine neue Masche einfallen lassen, um an das Geld von Senioren zu kommen. In Neuss hat ein Mann sich als Arzt ausgegeben und am Nachmittag bei einer 80 Jahre alten Seniorin geklingelt.

Als die Frau die Tür öffnete, erklärte der angebliche Arzt, dass er noch eine Nachzahlung der Pflegeversicherung in bar zu leisten habe.

Die Seniorin ließ ihn in ihre Wohnung. Als die Seniorin die Frage, ob sie Geld wechseln könne, verneinte, wechselte der Täter seine Strategie und schlug vor, einen Allergietest durchzuführen. Die Seniorin legte sich auf das Bett, da gab der Mann an, ein Gerät im Auto vergessen zu haben und ging weg. Als er nicht wiederkam, wurde die Seniorin stutzig. Doch da war es bereits zu spät. Der Unbekannte klaute Schmuck und eine Geldbörse mit Bargeld. Eine Fahndung nach dem Trickdieb blieb erfolglos. Der Verdächtige ist 35 bis 40 Jahre alt, hat dunkles Haar, sprach akzentfrei Deutsch und trug einen beige-grün-melierten Anorak. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht nach Zeugen.

Immer wieder versuchen Trickdiebe, an das Geld oder den Schmuck älterer Menschen zu kommen. In den vergangenen Tagen gaben sich mehrere Männer als Polizeibeamte aus, die Masche wurde von den betroffenen Senioren allerdings rechtzeitig erkannt, sodass kein Sachschaden entstand. So erhielten drei Seniorinnen aus Meerbusch und Neuss im Alter zwischen 68 und 82 Jahren am Sonntagabend Anrufe von Unbekannten. In allen drei Fällen gaben sich die Anrufer als Polizeibeamte aus und berichteten von Einbrüchen, um an Daten oder Bargeld der Betroffenen zu gelangen. In zwei Fällen legten die Seniorinnen einfach auf, im dritten Fall beendete der mutmaßliche Täter das Gespräch, als der Ehemann den Hörer seiner Frau übernahm.

Die Polizei warnt vermehrt vor den Maschen der Trickbetrüger, die sich immer etwas Neues einfallen lassen, um an Geld zu kommen und dabei die Gutmütigkeit von Senioren ausnutzen. Ob falsche Polizisten, Handwerker, Staatsanwälte oder sogar Notare - die Betrüger kennen bei ihren fiesen Tricks offenbar keine Grenzen. Die Polizei warnt deshalb davor, am Telefon Vermögensangaben zu machen und persönliche Daten herauszugeben. Stattdessen sollten potenzielle Betrugsopfer das Gespräch direkt beenden. Die echte Polizei würde am Telefon niemals nach dem Aufbewahrungsort von Bargeld oder Schmuck fragen.

(seeg)
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